Distichodus Müller & Troschel, 1844
Distichodomicrura Fowler, 1936
für Distichodus maculatus
Distichodura Fowler, 1936
für Distichodus affinis
Um die Typusart von Distichodus hat es erhebliche Verwirrung gegeben. Ich folge dem "Catalog" und betrachte Salmo niloticus Hasselquist, 1757 als nicht verfügbar sowie Salmo niloticus Linnaeus, 1758 als Synonym zu Salmo dentex Linnaeus, 1758 (heute Alestes dentex). Der nächste verfügbare Name für die einzige vor 1844 beschriebene Art ist daher lt. "Catalog" anscheinend Salmo nefasch Bonnaterre, 1788.
Diese grossen Detritus- und Pflanzenfresser sind ebenso wie die Citharinidae für die menschliche Ernährung vielerorts wichtige Fische. Obwohl manche Arten recht farbenprächtig sind, dürften nur die kleinsten unter ihnen für die Aquaristik gut geeignet sein. Dies sind vor allem die folgenden sieben Arten, denen gemeinsam ist, dass sie weniger als 60 Schuppen in der Seitenlinie haben und die einzigen der Gattung (mit Ausnahme von D. rufigiensis) sind, die mit weniger als 25 cm Totallänge ausgewachsen sind.
Distichodus abbreviatus Peters, 1877
Zentrales Zairebecken und unterer Zaire, bis 200 mm TL. Foto im Aquarienatlas I, S. 227. Im Unterschied zu D. notospilus Afterflossenbasis länger als Rückenflossenbasis, auffallend unregelmässige, schwarze Flankenzeichnung. Schwanzflossenlappen gerundet.
Distichodus affinis. Die recht lange Afterflosse ist ebenso
charakteristisch wie die scheckige schwarze Zeichnung auf den
Flanken. Letztere kann auch fehlen.
© aqualog-Verlag

Zentrales Zairebecken und Gribingui River (Tschad-Becken), bis 150 mm TL.
decemmaculatus Pellegrin, 1926
Zentrales Zaire-Becken, bis 75 mm TL. Die mit Abstand kleinste Art. Foto im Aquarienatlas I, S. 225.
Distichodus decemmaculatus. Dies ist vermutlich die am leichtesten
erkennbare Distichodus-Art.
© aqualog-Verlag

Flüsse Ntem, Ogowe (Gabun) und Kouilou (Kongo), bis 155 mm TL. Maul stark unterständig, Dorsale einfarbig. Foto in Géry (1977).
Distichodus hypostomatus. Loa-loa falls, Ivindo River, Gabun.
© Carl D. Hopkins, Cornell University, Ithaca, NY

Zentrales Zairebecken, bis 190 mm TL. Flanken ohne schwarze Zeichnung, Schwanzflossenlappen gerundet. Die Art ist bei Evers (1997) und bei Sterba (1990, S. 164 als D. notospilus) abgebildet, ausserdem im Aquarienatlas VI, S. 65.
Zentrales Zairebecken, Chiloango, Kouilou und Loeme (Kongo), Ogowe, Ntem (Gabun), Sanaga, Dja, Kribi (Kamerun), angeblich Nigeria. 195 mm SL. Schwanzflossenlappen zugespitzt, sonst sehr ähnlich D. noboli. Die im Aquarienatlas II, S. 229 vorgestellte Art ist deshalb wahrscheinlich nicht D. notospilus, sondern D. brevipinnis (sh. dort). Foto in Géry (1977).
Distichodus notospilus. Die kurze Afterflosse und die zugespitzten
Schwanzflossenlappen kennzeichnen diese selten fotografierte Art.
© aqualog-Verlag

Distichodus vexillifer Pellegrin, 1927
Offenbar endemisch im Sanaga-Becken (Kamerun), 218 mm SL, 250 mm TL.
Die restlichen Arten sind grösstenteils erheblich grösser. Sehr leicht erkennbar sind die beiden nächsten Arten:
Distichodus tanganicae Worthington & Ricardo, 1937
Zaire-Becken einschliesslich Lualaba und Tanganjika-See, bis 760 mm TL und 11,1 kg Gewicht. Eine der schönsten Distichodus-Arten, aber auch eine der grössten. Die Färbung der Fettflosse ist sehr charakteristisch: Sie ist nach aussen hin erst weiss und dann schwarz gerandet. Dagegen kann die Zahl der Querbinden schwanken. Das abgebildete Tier hat 7, das im Aquarienatlas I, S. 229 nur sechs. Im Aquarienatlas VI, S. 67, ist zudem eine Form mit Halbbinden im oberen Körperdrittel, die jeweils einzeln zwischen den grossen Binden eingeschoben sind. Ob dies die Folge von geografischer Variation ist, oder altersbedingt oder eine andere Ursache hat, ist bisher nicht bekannt.
Distichodus sexfasciatus. Dieses Tier gehört der Form mit sieben Binden an.
© Johnny Jensen / JJphoto.
See http://www.jjphoto.dk

Distichodus fasciatus Vaillant in Riviere, 1886
nicht verfügbar
Distichodus leptorhynchus Boulenger, 1897
Zaire-Becken, Ogowe (Gabun), bis 380 mm TL. Eine prachtvolle Art mit ihren sechs bis acht schwarzen Querbinden. An der langgestreckten Schnauze leicht von D. sexfasciatus zu unterscheiden. Foto im Aquarienatlas I, S. 227.
Distichodus lusosso. Durch den spitz zulaufenden Kopf ziemlich
unverwechselbar.
© aqualog-Verlag

Durch Flecken in der Rückenflosse sind die nächsten drei Arten gekennzeichnet:
Senegal, Gambia, Volta, Niger, Tschad-Becken, Nil, bis 590 mm SL, 700 mm TL und 6 kg Gewicht. Körper auch bei Adulten gefleckt. Dies ist vermutlich die im Aquarienatlas II, S. 229 als D. notospilus abgebildete Art. Dafür spricht das Fleckenmuster auf den Flanken, die Punktreihen in der Dorsalen und die im Vergleich zur Beckendekoration auffallende Grösse des fotografierten Tiers.
Distichodus cf. brevipinnis. Die hier abgebildete Art stimmt am bestenmit
der Beschreibung von D. brevipinnis überein. Beachte die sehr grosse
Schuppenzahl in der Seitenlinie, die kleinen Punkte auf den Flanken
sowie die gerade noch erkennbaren Punkte in der Rückenflosse. Es
handelt sich keinesfalls um D. notospilus oder D. maculatus!
© aqualog-Verlag

Salmo niloticus Hasselquist, 1762
Nicht verfügbar.
Salmo nefasch Bonnaterre, 1788
Salmo aegyptius Gmelin, 1789
Objektives Synonym (Daget & Gosse, 1984)
Characinus nefasch Lacepede, 1803 als Typusart
Objektives Synonym zu Salmo nefasch Bonnaterre, 1788
Distichodus rudolphi Günther, 1896
Weisser und Blauer Nil, flussabwärts bis Ägypten, Lake Turkana und Tschad-Becken, dort selten, bis 830 mm TL und 6,2 kg Gewicht. Flanken ungezeichnet.
Distichodus martini Steindachner, 1870
Senegal, Gambia, Volta, Oueme, Niger, Tschad-Becken, Nil, 625 mm SL, 760 mm TL, bis 6,25 kg Gewicht. Ob das im Aquarienatlas IV, S. 45 abgebildete Tier wirklich diese Art ist, muss angezweifelt werden. Die sichtbaren Merkmale sprechen viel eher für D. maculatus, so das unterständige Maul, die Fleckenzeichnung auf den Flanken und die fehlenden Flecken in der Dorsalen. Siehe auch das Foto in Géry (1977). Allerdings passt der angebliche Fundort in Nigeria nicht zu D. maculatus.
Die restlichen Arten stelle ich in alphabetischer Reihenfolge vor:
Zaire-Becken (ohne Luapula-Moero) und Lualaba, bis über 800 mm TL und fast 10 kg Gewicht. 14 schmale Querbinden auf dem Körper, Dorsale gepunktet.
Zaire-Becken, bis 290 mm TL. Sechs Querbinden auf dem Körper.
Distichodus atroventralis. Die schwarzen Bauchflossen (Name!)
sind sehr charakteristisch.
© aqualog-Verlag

Distichodus touteei Pellegrin, 1906
Senegal, Volta, Niger, Tschad-Becken, Nil, Wouri und Cross River (Nigeria, Kamerun) über felsigem Grund. Reid (lt. Online-Catalog des NMNH) gibt folgende Fundortinformationen aus Ostnigeria (Benue-Becken): Klares bis "graues" Wasser, 27°C, pH 7.2, ein 25-30 m breites und ca. 3 m tiefes Gewässer, kein Schatten, keine Wasserpflanzen, Sandboden mit aufragenden Felsformationen, die häufig Stromschnellen bilden. Ca. 400 mm SL und 500 mm TL. Serien von Flecken auf dem Körper. Vgl. das Foto im Aquarienatlas VI, S. 63.
Zaire-Becken (ohne Luapula-Moero), Kouilou (Kongo), Ogowe (Gabun), bis 600 mm TL und 3 kg Gewicht. Nach Géry (1977) mit 18 Querbinden, das Tier auf dem Foto im Aquarienatlas I, S. 225 - offenbar dieselbe Art wie auf dem Foto unten rechts - besitzt aber nur 11 plus 1 angedeutete. Bei diesem Tier ist die Färbung der Fettflosse auffällig, die nach aussen zu erst weiss, dann schwarz gesäumt ist, ganz ähnlich wie bei D. sexfasciatus. Ansonsten sieht es dem hier abgebildeten recht ähnlich.
Distichodus fasciolatus, River Luachimo, Angola.
© Poll (1967). Kindly provided by Guy Teugels, MRAC.
http://www.africamuseum.be.

Distichodus fasciolatus. Beachte die Färbung der Adipose.
© aqualog-Verlag

Nur von der Typuslokalität bekannt (?): Faradje, Ubangi-Becken, möglicherweise ein Synonym zu D. antonii, 510 mm SL. Körper ungezeichnet.
Zaire-Becken einschliesslich Bangweulu und Luapula-Moero, im Norden bis Mbomou-Fluss (Ubangui-Becken, Zentralafr. Republik) bis 310 mm TL. Vergleiche auch Foto eines Jungtiers in Géry (1977). Serien von Flecken auf den Flanken. Das abgebildete Tier stammt aus dem Malagarasi in Tansania, einem Zufluss des Tanganjika-Sees.
Distichodus maculatus, Malagarasi River, Tansania. Beachte die Fleckenzeichnung auf dem Körper.
© Luc de Vos, National Museums of Kenya.
http://www.museums.or.ke.

Distichodus macrolepis Günther, 1864
Lake Kariba, mittlerer und unterer Zambezi, Flüsse Pungwe und Buzi (Mosambik), bis 5,9 kg. Ein Nachweis im Zaire bei Inga; nahe der Mündung (USNM 00216371) ist anzuzweifeln. Das in Poll (1967) abgebildete Tier aus dem Luachimo, einem südlichen Zufluss des Kasai in Nordost-Angola, gehört sicher zu einer anderen Art, vielleicht zu D. langi oder D. atroventralis. Dagegen stimmt das abgebildete Tier aus Zimbabwe recht gut mit den Syntypen überein (Bartsch, ZMB, pers. Mitt.). Sehr grosse Schwanzflosse, besonders bei Adulten, charakteristisches, S-förmiges Nackenprofil schon bei Jungtieren. Vergleiche Fotos in Géry (1977, p. 85-86).
Distichodus mossambicus, Zimbabwe. Das Kopf- und Nackenprofil ist sehr charakteristisch.
© Claus Qvist Jessen
http://qvist.hjem.wanadoo.dk

Distichodus albini Steindachner, 1914
Ruvu-, Rufiji- und Ruvuma-Becken (Tansania), 344 mm SL, 445 mm TL. Mit Humeralfleck, Dorsale gepunktet. Foto im Aquarienatlas VI, S. 65.
Wami, Rufiji und Ruvuma-Becken (Tansania), bis 170 mm TL.
Kariba, mittlerer und unterer Zambezi (incl. Luangwa), Pungwe und Buzi (Mosambik), bis 6,35 kg Gewicht. Beeindruckende Tiere mit kleinem Kopf und gewaltiger Schwanzflosse, im Alter sehr hochrückig. Vergleiche Foto in Géry (1977).