Hoplocharax Géry, 1966
Ein Miniaturmuseum an Verteidigungswaffen - so nannte Jacques Géry in seiner Erstbeschreibung diesen Fisch wegen seiner zahlreichen Dornen und Stacheln, die er am ganzen Körper trägt: einen Dorn am Präoperculum, zwei am Operculum, einen kräftigen sehr spitzen Stachelstrahl in der Brustflosse, drei Stachelstrahlen am Beginn der Afterflosse und mehrere fächerartig gestellte an der Basis der Schwanzflosse. Bemerkenswert ist zudem, daß der Rücken der Tiere vor der Rückenflosse und noch ein Stück dahinter völlig nackt ist, was sonst nur noch in schwächerer Form bei Charax rupununi vorkommen soll. Die Färbung ist nicht uninteressant: das Auge ist leuchtend rot, der Körper oliv mit einem golden glänzenden Längsband und einer dunklen, auffallenden Linie oberhalb der Afterflosse.
Der Fisch bleibt mit maximal 30 mm SL deutlich kleiner als die beiden anderen Gattungen und ist zudem langgestreckter. Er bewohnt Gewässer entlang des Rio Negro, und zwar von Manaus bis zur Mündung des Rio Urubaxi, und kommt ferner im Gebiet des Rio Casiquiare in Venezuela vor. In den dazwischenliegenden Gebieten wahrscheinlich auch vorhanden, doch die Art ist sehr selten und wird wohl oft übersehen. Laut Géry (1966) kam in der Nähe von Manaus auf zwanzig gefangene Heterocharax nur ein Hoplocharax. Anscheinend auch am Amazonas unterhalb von Manaus (bei Silves).
H. goethei wäre sicher eine hochinteressante Art fürs Aquarium, und vor kurzem gelang auch erstmals ihre Einfuhr. Arendt (2003) bildete sie im Foto ab und schilderte erste Haltungserfahrungen. Danach gedeihen sie recht gut im Aquarium, so dass die Nachzucht sehr erstrebenswert wäre.