Parodon Valenciennes in Cuvier & Val., 1850
Nematoparodon Fowler, 1943
für Parodon apolinari
Parodon medellinense Posada, 1909
Wenig ist über diese Art bekannt. Die Tiere besitzen eine Serie vertikaler Binden auf der Flanke.
Das Vorkommen erstreckt sich über das obere Tal des Rio Cauca in Kolumbien, mindestens zwischen Medellin und Cali. Die Typuslokalität am Rio Cali liegt zwischen 1000-1100 m hoch.
suborbitale Valenciennes in Cuvier & Val., 1850
Parodon suborbitale.
© aqualog-Verlag

Dem Schlüssel in Géry (1977) zufolge soll die Art eine Längsbinde besitzen. Diese tritt aber hinter den 13-15 vertikalen Flecken auf den Flanken stark zurück. Fotos finden sich in Géry (1977, S. 208) , im Aquarienatlas II (S. 319) sowie in Sterba (1990, S. 161). Mindestens 110 mm SL.
Vorkommen der Art befinden sich in Venezuela im Maracaibo-Becken und weiteren Zuflüssen der Karibik sowie eventuell im Rio Orituco (Orinoko-Becken). In Kolumbien im Rio Salado (wo ist das?) (USNM 231 552) sowie im Rio Atrato-Becken und im Rio Magdalena. Meldungen aus dem Amazonasbecken (Rio Orteguaza, Rio Caqueta) sowie aus Brasilien, Paraguay und Guyana sind wohl falsch.
Parodon apolinari, Holotypus, SU 23725, "Guaicaramo, at junction
of Río Guavio and Río Upía, Colombia."
© California Academy of Sciences, Primary Types Imagebase,
Coordinator: David Catania.

Diese Art besitzt stark verlängerte Rückenflossenstrahlen. Wie das Foto des Holotypus oben zeigt, ähnelt das Zeichnungsmuster dem von P. suborbitale, doch ist P. apolinari hochrückiger. Auf der Schnauze haben die Tiere auffallenden Laichausschlag. Die SL beträgt mindestens 110 mm.
Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die linksseitigen Zuflüsse des Orinoko im Bereich der Llanos (u.a. Rio Apuré, Rio Meta) in Venezuela und Kolumbien.
Parodon buckleyi, vom Parque Nacional Tingo Maria, Einzug des Rio Huallaga (Peru).
© Michel Galtier Delbosc

Ähnlich den meisten anderen Arten der Gattung besitzt P. buckleyi ein recht breites Längsband, das aus einer Anzahl dicht nebeneinander liegender rautenförmiger Flecken besteht. Ein weiteres, wesentlich schmaleres Band zieht sich beiderseits am Rücken entlang. Die Grundfarbe des Körpers ist braun, am Bauch deutlich heller, und die Flossen sind dunkelorange bis rötlich gefärbt (Galtier Delbosc, 2003). Bis 114 mm SL.
Das Vorkommen erstreckt sich über die Einzugsgebiete der Rios Napo und Pastaza (Ecuador), Maranon, Huallaga und Ucayali sowie das Gebiet des oberen Rio Madre de Dios, speziell den Rio Manu (Peru). Ob auch in Bolivien?
Galtier Delbosc (2003) fand die Art im Nationalpark Tingo Maria am oberen Rio Huallaga in Peru. Sie erscheint dort in mittlerer Häufigkeit während des ganzen Jahres und wurde sowohl am Tage als auch nachts gefangen. Besiedelt werden kleine Bäche mit starker Strömung, klarem Wasser und kiesigem Grund. Die Fische halten sich sowohl in den Stromschnellen als auch in kleinen Stillwasserbereichen auf. Manchmal werden sie von Characidium purpuratum begleitet und mitunter sieht man sie unbeweglich am Grund ruhen oder sich langsam über diesen hinwegbewegen.
Wasserwerte an den Fundstellen:
| pH | 7,9-8,7 |
| Leitfähigkeit | 50-330 µS/cm |
| Temperatur | 21,4-23,7 °C |
pongoensis (Allen in Eigenmann & Allen, 1942)
Apareiodon pongoense Allen in Eigenmann & Allen, 1942
Apareiodon caquetae Fowler, 1945
Gehört nach Starnes & Schindler (1993) zu Apareiodon.
Auffallendes, scharf begrenztes, schwarzes Längsband. Die Fotos in Stawikowski (1986) und im Aquarienatlas I, S. 331 zeigen offenbar dieselbe Art, so dass die Artbezeichnung piracicabae im Aquarienatlas wohl nicht stimmt.
Die Art lebt in den Zuflüssen des westlichen Amazonasbeckens in Kolumbien, Ecuador, Peru und Brasilien (Acre).
Stawikowski (1986) fand die Art im Gebiet des Rio Aguarico (Ecuador) vorwiegend in langsam fliessenden oder stehenden Gewässern, was für Parodontidae eher untypisch ist. Sie lebten dort an einem seichten, als Viehtränke genutzten Ufer über Sand- und Schlammboden und weideten in grossen Schwärmen den Grund ab. Auch die in Neodat II beschriebenen Fundorte wiesen ähnliche Merkmale auf. Das Wasser an diesen Orten war häufig trübe (Sichtweite 1 m bis gegen null), die Wassertemperatur lag zwischen 24 und 25°C, der pH zwischen 5,7 und 7,5.
Mit zwei Längsbinden. Unterer Schwanzflossenlappen verlängert.
Rio Branco-Becken (Brasilien, Guyana), anscheinend sehr selten.
Parodon guyanensis, von Yukanopito Falls, Essequibo River, Guyana.
Die unregelmässige Längsbinde und die dunkle Dorsalbinde sind
deutlich zu erkennen.
© Mark Sabaj

Gehört nach Starnes & Schindler (1993) zu Apareiodon.
Dunkle Dorsalbinde, laterale Zickzackbinde. Bis 147 mm (SL?).
Orinoko-Becken (Rio Paragua und Rio Caroni) bis Franz. Guyana (bis Oyapock).
Diffuses Längsband. Mindestens 102 mm (SL?).
Rio das Velhas (Rio Sao Francisco-Becken, Minas Gerais). Funde vom Rio Beni (Bolivien) gehören wohl zu einer anderen Art.
Parodon tortuosus Eigenmann & Norris, 1900
Parodon gestri Boulenger, 1902
Apareiodon pirassunungae Amaral Campos, 1945
Parodon nasus. UW-Aufnahme aus dem Rio Claro, Cuiaba, Mato Grosso,
Brasilien. Das Foto zeigt ein Tier beim Abgrasen des Algenrasens.
© Ivan Sazima

Diffuses Längsband, bei Jungtieren stärker ausgeprägt, das von 10-19 sehr kurzen, rhombenförmigen Querbinden gekreuzt wird.
Bis 171 mm SL. Foto im Aquarienatlas III, S. 155.
Die Verbreitung erstreckt sich über weite Teile des Rio Parana-Rio Paraguay-Systems. Im Gebiet des oberen Paraná in den Staaten Goias, Minas Gerais, Sao Paulo und Paraná weit verbreitet. Paraguay dürfte fast flächendeckend besiedelt sein (Géry et al., 1987). Im Norden des Rio Paraguay bis in den Rio Cuiabá am Nordrand des Pantanal (Mato Grosso).
Ringuelet et al. (1967) betrachten P. nasus als Synonym zu P. suborbitale. Die dortigen Angaben zu P. suborbitale beziehen sich demnach auf P. nasus. Somit kommt die Art auch in Argentinien vor, und zwar mindestens in den Provinzen Salta, Tucumán und Córdoba, aber vermutlich auch in Formosa, Chaco, Santa Fe und Corrientes. Die Südgrenze der Verbreitung ist nicht ganz klar, doch wird laut Ringuelet et al. (1967) noch der Rio Uruguay in Uruguay besiedelt.
Angebliche Meldungen aus Peru und Venezuela dürften dagegen zu anderen Arten gehören.
Géry et al. (1987) fanden die Art in Klarwasserbächen mit kiesigem Grund. Nur in einem einzigen Gewässer trafen sie gleichzeitig A. affinis an.
Sazima (1980) beobachtete Exemplare dieser Art, die sich mit Hilfe ihrer Brustflossen in einem kleinen Rinnsal die Böschung eines Dammes hinaufarbeiteten, die eine Steigung von 70° aufwies. Dies unterstreicht eindrucksvoll die „bergsteigerischen“ Fähigkeiten der Parodontidae.
Parodon caudalis Fowler, 1940
Dunkles, unscharf begrenztes Längsband, reicht bis zum Ende der mittleren Schwanzflossenstrahlen. Keine Transversalbinden. Bis mindestens 155 mm TL.
Diese Art bewohnt die Oberläufe der Rios Bermejo und Pilcomayo im Einzug des Rio Paraguay in Bolivien (Provinz Tarija) und Argentinien (Provinz Salta) sowie wahrscheinlich im benachbarten Paraguay. Die Typuslokalität am Rio Lipeo, einem Quellfluss des Rio Bermejo in Bolivien, liegt auf etwa 600-700 m ü.NN.
moreirai Ingenito & Buckup 2005
Diese Art ähnelt durch ihr dunkles, scharf begrenztes Längsband in der Breite von ca. zwei Schuppen eher den verschiedenen Apareiodon-Arten und ist dadurch von P. nasus, der einzigen anderen Parodon-Art aus dem oberen Paraná-Einzug, ebenso leicht zu unterscheiden, wie von A. ibitiensis. Von A. affinis und A. piracicabae schliesslich unterscheidet sich P. moreirai durch eine zusätzliche Längsbinde, die sich unterhalb der erstgenannten vom Hinterrand des Kiemendeckels bis zur Anale erstreckt. Die Art besitzt ZZ/ZW-Geschlechtschromosomen. Sie erreicht SL bis mindestens 124,3 mm und TL bis mindestens 152,8 mm.
Die bisherigen Fundorte sind Quellflüsse im Einzug des Rio Sapucai, ein Zufluss des Rio Grande, Paraná-System, in den Bundesstaaten Minas Gerais und Sao Paulo.
Auch für Parodon gilt das oben für Apareiodon Gesagte. Eine Anzahl Arten dürfte noch zu beschreiben sein und viele Funde, die bisher nicht identifiziert werden konnten und aus Gebieten stammen, die noch wenig untersucht sind, liegen vor. So fingen Starnes et al. 1988 grössere Anzahlen von Parodon in Gewässern im Süden Boliviens, die zu unterschiedlichsten Stromsystemen zählen, so in den Einzügen der Rios Parapeti und Azero (Rio Mamoré-Becken) sowie Pilcomayo und Bermejo (Rio Paraguay-Becken). Auch Lauzanne & Loubens fingen im Rio Mamoré-Gebiet etliche Parodon (MNHN 1989 1508), die nicht näher bezeichnet wurden.
Ganze vier Exemplare von Parodontiden sind bisher aus dem Rio Xingu bekannt (MZUSP 35999, 36025). Und Neodat II listet auch aus Venezuela noch mehrere unbeschriebene Arten auf, nämlich gleich drei aus dem Rio Caura (sp. „barra“, sp. „oscura“ und sp.n.) und eine (sp. „linea“) aus dem Rio Apure. Schliesslich ist ein P. cf. pongoensis aus dem rio Itacaiuna am unteren Tocantins bekannt, der sicher nicht zu dieser Art gehört.
Eventuell werden die Arbeiten von Pavanelli in Zukunft hierzu neue Erkenntnisse liefern..