Steindachnerina Fowler, 1906
Curimatorbis Fernandez-Yepez, 1948
für Curimatus atratoensis
Cruxentina Fernandez-Yepez, 1948
für Curimata hypostoma hastata
Rivasella Fernandez-Yepez, 1948
für Curimata melaniris
Bei den Vertretern dieser Gattung handelt es sich um meist recht schlanke Arten, die einen Grossteil des südamerikanischen Kontinents östlich der Anden bewohnen. Von den Zuflüssen der Karibik im Norden Venezuelas und der Insel Trinidad erstreckt sich ihre Verbreitung bis an die Mündung des Rio de la Plata in Argentinien. Eine Art kommt zudem im Rio Atrato im Nordwesten Kolumbiens vor. Interessanterweise ist die Gattung bisher nicht aus dem Rio Tapajos bekanntgeworden. Aus dem Rio Xingu-Gebiet nennt Vari (1991), der die Gattung revidierte, nur ein einziges Lot (sh. S. brevipinna) und auch aus dem Rio Negro kannte er nur zwei Lots von S. planiventris, eins davon von der Mündung des Klarwasser führenden Rio Branco. Auch im Essequibo River in Guyana fehlt die Gattung vollständig.
Die meisten Steindachnerina-Arten besitzen einen deutlichen dunklen Fleck an der Basis der mittleren Rückenflossenstrahlen, der in dieser Form bei anderen Gattungen nicht vorkommt. Wie andere Barbensalmler ernähren sie sich von Detritus und Algen und nehmen vielerorts an den jährlichen Massenwanderungen teil, die in Brasilien als „piracema“ bekannt sind.
Curimatus leuciscus Günther, 1868
Curimatus leuciscus boliviae Eigenmann & Ogle, 1907
Allenina pectinata Fernandez-Yepez (ex Eigenmann), 1948
Dies ist eine von nur drei Arten dieser Gattung, die ein Muster aus ein oder mehreren Reihen dunkler Punkte auf den Flanken aufweisen. Bei S. leucisca sind diese Punkte freilich oft unter Guanin verborgen. Dasselbe gilt für eine undeutliche dunkle Linie entlang der Seitenlinie. Weitere Zeichnungen sind ein dunkler Punkt auf der Rückenmitte unmittelbar vor der Dorsalen, ein weiterer länglicher Punkt direkt hinter der Spitze des Supraoccipitaldorns sowie ein dunkler Streifen zwischen Dorsale und Schwanzstiel. Der Anus befindet sich 7-8 Schuppenreihen vor dem Beginn der Afterflosse. Die anderen beiden Arten haben kleinere Schuppen (S. binotata) oder sind etwas hochrückiger (S. bimaculata). S. leucisca ist eine recht schlanke Art und erreicht SL bis 151,2 mm.
Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über einen Grossteil des Amazonasbecken, von Santarem (Pará) an der Mündung des Tapajós aufwärts bis in die Rios Marañon, Huallaga und Ucayali (Peru). Darüber hinaus wird der Rio Madeira bis hinauf in den Rio Mamoré (Bolivien) bewohnt. Ein weiterer Fund aus dem Rio Juruá an der Grenze Brasilien / Peru. In den oberen Abschnitten von Rio Beni (Bolivien) und Rio Madre de Dios (Peru) wird die Art dagegen durch S. binotata ersetzt.
Inzwischen wurde S. leucisca sogar im oberen Rio Araguaia gefunden (Vari & Reis, 1995), was eine enorme Ausweitung des bekannten Areals um etwa 2200 Flusskilometer bedeutet. Man darf vermuten, dass auch der Rio Tapajós, der Rio Xingu und der Rest des Rio Tocantins besiedelt werden.
Curimatus binotatus Pearson, 1924
Eine schlanke, elegante Art mit recht kleinem Kopf, kleinen Schuppen und unterständigem Maul. Eine schmale dunkle Längsbinde wie bei S. leucisca und einige dunkle Punkte in der oberen Körperhälfte, etwa von der Grösse der Pupille, sind bei einigen Tieren von Guanin überdeckt. Wie die vorgenannte Art besitzt auch diese einen dunklen Fleck auf der Rückenmitte vor der Dorsalen, einen weiteren hinter dem Supraoccipitaldorn und eine dunkle Linie zwischen Dorsale und Schwanzstiel. Auch bei dieser Art befindet sich der Anus 9-11 Schuppenreihen vor dem Beginn der Afterflosse. Die SL erreicht bis zu 133,0 mm.
Die Art ist offenbar recht selten. Sie wurde von Rurrenabaque, dem heutigen San Buenaventura (Bolivien), beschrieben, wo der Rio Beni aus dem Andenvorland in das Amazonastiefland hinaustritt. Ein weiterer Nachweis stammt von San Miguel de Huachi, oberhalb davon. Ausserdem aus dem oberen Einzug des Rio Madre de Dios, bei Puerto Maldonado und aus dem Manu-Nationalpark (Peru) bekannt.
Curimatus argenteus Gill, 1858
Eine unscheinbare, eher hochrückige Art mit recht grossen Schuppen (30-36 ind der Seitenlinie). In ihrem Verbreitungsgebiet kommen noch S. bimaculata, S. pupula und S. guentheri vor. S. bimaculata besitzt deutlich kleinere Schuppen (43-49 in der Seitenlinie), während die typischen Reihen dunkler Punkte bei dieser Art gerade im Orinoko-Gebiet meist nur schwach ausgeprägt sind. S. pupula ist deutlich langgestreckter, und zumindest manche Exemplare von S. guentheri besitzen einen stark ausgeprägten rautenförmigen schwarzen Fleck auf dem Schwanzstiel. Die letztgenannte Art ist jedoch genau wie S. argentea recht variabel und die Identifizierung nur nach äusseren Kennzeichen kann problematisch sein. Sicher ist die Bestimmung wohl nur in Verbindung mit einer Untersuchung des Mundhöhlendaches bei einem toten Tier; sh. hierzu Vari (1991).
Die Lebendfärbung wird folgendermassen beschrieben: Silbrig glänzend mit purpurnem Schimmer, auf dem Schwanzstiel ein länglicher schwarzer Fleck, Rückenflosse an der Basis der mittleren Strahlen mit einem schwarzen Fleck. Adipose und Afterflosse gelblich, Brust- und Bauchflossen mit gelblichem Schimmer. Die Art erreicht bis 97 mm SL.
Das Vorkommen erstreckt sich über die linksseitigen Zuflüsse des Orinoko von der Mündung in Venezuela bis zum Rio Meta in Kolumbien. Daneben werden der Rio Tuy und der Rio Tocuyo im Norden Venezuelas besiedelt, die direkt in die Karibik entwässern. Bemerkenswert ist ferner das Vorkommen auf der Insel Trinidad (Typuslokalität!), wo die Art der einzige Vertreter der Curimatidae ist.
Curimatus conspersus Holmberg, 1891
Mit Ausnahme von S. brevipinna und S. insculpta ist dies die einzige Art der Gattung aus dem Rio Paraguay-Gebiet. Die genannten Arten besitzen jedoch einen auffälligen dunklen Längsstreifen und sind daher kaum zu verwechseln. S. conspersa ist ferner durch eine aufgehellte Region rund um die Basis der Rückenflosse, einen dunklen Fleck über der Rückenmitte unmittelbar davor, sowie einen Fleck hinter der Spitze des Supraoccipitaldorns gekennzeichnet. Die SL erreicht bis zu 131 mm.
Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über das gesamte Einzugsgebiet des Rio Paraguay in Paraguay und Brasilien (Mato Grosso do Sul und Mato Grosso). Offenbar auch weiter südlich im gesamten Paraná in Argentinien bis unterhalb Rosario und in Uruguay, wenngleich Vari (1991) hierzu keine näheren Angaben macht. Immerhin nennen Ringuelet et al. (1967) Nachweise (unter dem Namen Pseudocurimata bimaculata bimaculata) aus den Provinzen Formosa, Salta und Corrientes, die am Rande oder ausserhalb des in der Verbreitungskarte bei Vari (l.c.) eingetragenen Gebietes liegen. Géry et al. (1987) nennen auch zwei Fundorte (als Curimata bimaculata) vom Rio Paraná nahe Ciudad del Este, knapp unterhalb des Itaipu-Stausees.
bimaculata (Steindachner, 1876)
Curimatus bimaculatus Steindachner, 1876
Curimatus trachystetus Cope, 1878 als Typusart
Curimatus bimaculatus var. sialis Eigenmann & Eigenmann, 1889
Prochilodus pterostigma Fowler, 1913
Curimatus semiornatus Steindachner, 1914
Curimata melaniris Fowler, 1940
Diese Art ähnelt S. leucisca, ist aber im Durchschnitt hochrückiger und hat geringfügig weniger Schuppen in der Seitenlinie. Wie jene Art besitzt S. bimaculata zwei Reihen dunkler Punkte entlang der Körperseiten, oberhalb eines undeutlichen Längsbandes, sowie einen sehr dunklen sattelförmigen Fleck unmittelbar vor der Rückenflosse und einen Fleck hinter der Spitze des Supraoccipitaldorns. Die SL beträgt bis zu 133,4 mm.
Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über weite Teile des mittleren und oberen Amazonasbeckens, von der Mündung des Rio Nhamunda an der Grenze der Bundesstaaten Pará und Amazonas, bis in die Rios Marañon und Ucayali (Peru) und nach Ecuador. Von den südlichen Nebenflüssen werden der Rio Madeira bis hinauf in den Rio Mamoré (Bolivien) und der Rio Juruá besiedelt.
Daneben ist ein Vorkommen vom Orinoko unterhalb der Mündung des Rio Caroni in Venezuela bekannt. Leider fehlen bisher anscheinend Nachweise aus dem gesamten Rio Negro ebenso wie aus dem oberen und mittleren Orinoko! Da die gesamte Gattung in den Schwarzwässern des Rio Negro und des oberen Orinoko – mit einer Ausnahme – fehlt, stellt dieses Vorkommen nach wie vor ein Rätsel dar. Allerdings handelt es sich bei den Tieren vom Orinoko ausnahmslos um Junge und Halbwüchsige, und Vari selbst weist auf geografische Variation zwischen den Fundorten hin. Schlüsse können daraus jedoch bisher nicht gezogen werden (Vari, 1991)
biornata (Braga & Azpelicueta, 1987)
Curimata biornata Braga & Azpelicueta, 1987
Curimata stigmosa Vari, 1987
In der Natur kommen mit dieser Art nur S. conspersa und S. brevipinna gemeinsam vor. S. biornata besitzt jedoch eine kräftige schwarze Längsbinde, die auf dem Schwanzstiel rautenförmig verbreitert ist und mitunter bis auf die Schwanzflosse reicht. Ansonsten sind die Flossen ohne jede Zeichnung. Die durchbohrten Schuppen der Seitenlinie besitzen ein schwarzes Zentrum. Auch die übrigen Schuppen der oberen Körperhälfte mit schwarzer Zeichnung. Die maximale SL beträgt 123,7 mm (Braga & Azpelicueta, l.c.).
Die Art bewohnt hauptsächlich das Gebiet des Rio Uruguay in Santa Catarina, Rio Grande do Sul (Brasilien) und Uruguay sowie den Einzug der Lagoa dos Patos in Rio Grande do Sul. Darüberhinaus kommt sie am unteren Paraná in Argentinien vor, stromaufwärts bis etwa Santa Fé. Auch Flüsse, die südöstlich von Buenos Aires in den Mündungstrichter des Rio de la Plata fliessen, werden besiedelt. In der Verbreitungskarte von Vari (1991) wird schliesslich ein Fund an der Mündung des Rio Paraguay bei Corrientes angezeigt.
Curimatus hypostoma Boulenger, 1887
Dies ist eine von vier Arten der Gattung mit einem abgeflachten Bauch im Bereich vor den Bauchflossen. Als einzige dieser vier hat S. hypostoma jedoch keinen dunklen Fleck an der Basis der mittleren Rückenflossenstrahlen. Ansonsten dürfte die Unterscheidung schwierig sein. Alle vier Arten (ausser S. hypostoma noch S. gracilis, S. quasimodoi und S. planiventris) sind sehr langgestreckt mit unterständigem Maul. Lediglich S. quasimodoi ist etwas hochrückiger. Ein Zeichnungsmuster fehlt allen Arten, mit Ausnahme sehr kleiner schwarzer Markierungen an den Poren der Seitenlinie, die bei manchen Exemplaren den Eindruck einer Längsbinde erwecken, und des erwähnten dunklen Feldes in der Dorsalen. Die SL erreicht bei S. hypostoma 98,3 mm.
Verbreitet ist die Art über den mittleren und oberen Amazonas, von Manaus aufwärts bis in den Rio Ucayali bei Pucallpa (Peru). Vari (1991) listet auch ein Lot aus dem Rio Madre de Dios (Madeira-Einzug) in Bolivien, das jedoch nicht in der dortigen Verbreitungskarte eingezeichnet ist.
gracilis Vari & Williams Vari, 1989
Da dies ausser S. amazonica die einzige Steindachnerina-Art aus dem Gebiet des Rio Tocantins ist, bestehen kaum ernsthafte Verwechslungsmöglichkeiten. Im Gegensatz zu S. amazonica ist der Bauch vor den Bauchflossen bei S. gracilis abgeflacht. Grosse Ähnlichkeit besteht dagegen zu S. planiventris, die aber nicht mit S. gracilis gemeinsam vorkommt. Weitere Merkmale sh. S. hypostoma. Die SL erreicht mindestens 73,4 mm.
Die einzigen bisher bekannten Fundorte liegen bei Aruana am oberen Rio Araguaia (Typlokalität) sowie recht weit entfernt am unteren Tocantins bei Tucurui, so dass man annehmen darf, dass der gesamte Tocantins-Einzug besiedelt ist.
quasimodoi Vari & Williams Vari, 1989
Eine von vier Arten der Gattung, die einen abgeflachten Bauch vor den Bauchflossen besitzen. Von diesen kommt nur S. hypostoma mit ihr gemeinsam vor. S. quasimodoi ist allerdings etwas hochrückiger und besitzt auf Höhe des Beginns der Rückenflosse einen regelrechten Buckel. Weitere Merkmale sh. S. hypostoma. Die SL beträgt mindestens 122,6 mm, wahrscheinlich sogar 149,0 mm (sh. unten).
Das Hauptvorkommen liegt im Rio Yavari an der Grenze Peru/Brasilien. Daneben werden benachbarte Regionen des oberen Amazonas besiedelt, so die Mündung des Rio Ampiyacu (Peru). Ein Exemplar (MZUSP 49802) mit 149 mm SL vom Rio Acre (Rio Purus-Einzug) in Acre gehört wohl auch hierher.
planiventris Vari & Williams Vari, 1989
Ebenfalls eine der vier Arten der Gattung mit abgeflachtem Bauch. Kommt in einem Teil ihres Verbreitungsgebietes mit S. hypostoma gemeinsam vor und ist von dieser Art nur schwer zu unterscheiden. S. planiventris besitzt allerdings einen kleinen schwarzen Fleck an der Basis der mittleren Rückenflossenstrahlen. Weitere Merkmale sh. S. hypostoma. Die maximale SL beträgt 87,0 mm.
Das Vorkommen erstreckt sich über den unteren Rio Negro einschliesslich des Rio Branco, den Rio Madeira aufwärts bis in den Rio Mamoré bei Puerto Siles (Bolivien), sowie den mittleren Amazonas bzw. Solimoes, wahrscheinlich von der Mündung des Madeira bis hinauf zur Mündung des Rio Ica.
Curimatus atratoensis Eigenmann, 1912
Sowohl durch ihr Verbreitungsgebiet als auch durch ihr Zeichnungsmuster ist diese Art von allen anderen Curimatidae leicht unterscheidbar. Sie besitzt eine breite dunkle Längsbinde sowie mehrere schmalere Streifen ober- und unterhalb davon, die durch Guanin verdeckt sein können. Zudem befindet sich ein grosser, kräftiger, dunkler Fleck in der Rückenflosse. Die maximale SL beträgt 83,0 mm.
Die Art kommt ausschliesslich im Rio Atrato in Kolumbien vor.
Curimata fasciata Vari & Géry, 1985
Die zahlreichen Reihen von Punkten, die z. T. zu Längsstreifen verschmolzen sind, unterscheiden die Art von allen anderen Gattungsvertretern in ihrem recht begrenzten Verbreitungsgebiet. Rein äusserlich besteht eine grosse Ähnlichkeit zu der weit entfernt vorkommenden Cyphocharax pantostictus. Die maximale SL beträgt 96,0 mm.
Die Verbreitung beschränkt sich auf Nebenflüsse im südöstlichen Teil des Rio Madeira-Systems, insbesondere die Rios Machado und Aripuana.
Curimatus dobula Günther, 1868
Curimatus nasus Steindachner, 1882
Prochilodus stigmaturus Fowler, 1911
Curimata hypostoma hastata Allen in Eigenmann & Allen, 1942
Curimata niceforoi Fowler, 1943
Diese Art ist am ehesten durch das Fehlen auffälliger Merkmale gekennzeichnet. Von den mit ihr gemeinsam vorkommenden Steindachnerina-Arten ähnelt sie am meisten S. guentheri, doch besitzt sie im Gegensatz zu dieser keinen dunklen Fleck in der Rückenflosse. Ein sehr unterschiedlich ausgeprägter dunkler Fleck auf dem Schwanzstiel ist bei beiden Arten vorhanden. Die SL erreicht bei S. dobula maximal 163,0 mm. Damit ist es nach bisherigem Wissen die grösste Art der Gattung.
Das Vorkommen erstreckt sich über die westlichen Teile des Amazonasbeckens vom Rio Orteguaza bei Florencia (Kolumbien) im Norden bis zum oberen Rio Mamoré (Bolivien) im Süden. Östlich davon wird auch der obere Rio Guaporé bei Pontes e Lacerda (Mato Grosso, Brasilien) besiedelt. Die meisten Fundorte liegen im Bereich der Andenvorberge bzw. in hügeligem Gelände. Nur entlang des oberen Amazonas dringt die Art auch ins eigentliche Amazonastiefland bis etwa nach Iquitos vor, eventuell auch weiter. Sie bewohnt in Ecuador Gewässer mit mässiger Strömung entlang von Sandbänken.
insculpta (Fernandez-Yepez [ex Amaral Campos], 1948)
Cruxentina insculpta Fernandez-Yepez [ex Amaral Campos], 1948
Dies ist die einzige Art der Gattung aus dem Gebiet des oberen Rio Paraná (Brasilien), mit Ausnahme von S. corumbae, die aber auf den Rio Corumba beschränkt ist. Zu den Unterschieden sh. dort. S. insculpta ist gekennzeichnet durch ein dunkles Längsband, das sich über die ganze Körperlänge erstreckt, sowie das Fehlen eines dunklen Flecks in der Dorsalen. Das Längsband ist allerdings im Leben von Guanin verdeckt, wie das Foto von Volker Mahnert im Aquarienatlas III, S. 149 (als Curimata nasa, sh. auchGéry et al., 1987 und Vari, 1991) zeigt. Die SL erreicht bis zu 143,0 mm (Pavanelli & Britski, 1999).
Das Verbreitungsgebiet umfasst den gesamten Einzug des Rio Paraná oberhalb des Itaipu-Stausees. Darüberhinaus existiert ein Vorkommen am Nordrand des Pantanal (Rio Paraguay-Einzug) in der Nähe der Stadt Cuiaba. Laut Vari (l.c.) handelt es sich hier vermutlich um eine eingebürgerte Population. Géry et al. (1987) berichten aber auch über Funde unterhalb des Itaipu-Stausees im Süden Paraguays sowie vom Arroyo Trementina, einem Zufluss des Rio Aquidaban nördlich der Stadt Concepción ( Paraguay-Einzug in Zentral-Paraguay).
Über die Ökologie dieser Art ist etwas mehr bekannt als bei den anderen Arten. Im Rio Mogi Guassu im Staat Sao Paulo kommt sie häufig in stehenden und langsam fliessenden Gewässern vor. Sie führt mit anderen Fischen gemeinsam Massenwanderungen durch, die dort als „piracema“ bekannt sind, und laicht von Ende November bis Mitte Januar, also im dortigen Sommer. Die Jungen ernähren sich in den ersten 30-50 Tagen von Zooplankton, verlieren dann ihre Zähne und steigen auf Algen und Detritus um. Reste von mehr als 23 verschiedenen Algengattungen wurden in ihren Mägen gefunden.
corumbae Pavanelli & Britski, 1999
Diese zuletzt beschriebene Art ist endemisch im Rio Corumba und seinen Nebenflüssen, wo sie mit der sehr ähnlichen S. insculpta sympatrisch lebt. Nur zwei äusserlich erkennbare Kennzeichen erlauben die Unterscheidung bei Exemplaren von mehr als 70 mm SL: die Schuppen bei S. corumbae sind glatt und nicht gekräuselt, und die Unterkieferränder sind, von unten gesehen, parallel und nicht konvergierend. Ein dunkler Längsstreifen wie bei S. insculpta. Maximale SL 117,9 mm.
Das Vorkommen ist nach bisheriger Kenntnis ausschliesslich auf den Einzug des Rio Corumbá beschränkt. Dieser ist ein Nebenfluss des Rio Paranaíba (Oberes Paraná-System), der oberhalb von Itumbiara in den gleichnamigen Stausee mündet.
S. corumbae ist ökologisch weniger anpassungsfähig als S. insculpta und stärker an das Leben in fliessendem Wasser angepasst. Im Gegensatz zu S. insculpta laicht S. corumbae während der Trockenzeit in fliessendem Wasser. Das Ablaichen erfolgt in mehreren Portionen. S. corumbae legt weniger, aber dafür grössere Eier, die durch dickere, vermutlich klebrige Hüllen an strömendes Wasser angepasst sind. Nach dem Bau des Corumba-Staudammes hat der Lebensraum dieser endemischen Art abgenommen (Suzuki, Fugi, Fukuda & Agostinho, unpubl.).
varii Géry, Planquette & LeBail, 1991
Steindachnerina runa Vari, 1991
Steindachnerina cf. varii. Die Zeichnung stimmt nicht ganz mit der
Abbildung in Vari (1991) überein. Die Artbestimmung erfolgt
dementsprechend unter Vorbehalt.
© aqualog-Verlag

Nach Vari (1993) ist St. runa ein Synonym zu St. varii. Es ist der einzige Vertreter der Gattung Steindachnerina in den östlichen Guyana-Ländern und durch die keilförmig zulaufende Längsbinde im hinteren Körperdrittel sowie die sehr spitz zulaufende Rückenflosse mit ihren langen vorderen Strahlen gekennzeichnet. Die Art erreicht Längen von bis zu 101,2 mm SL.
Das Verbreitungsgebiet reicht vom Surinam River (Surinam) im Norden bis zum Oyapock / Oiapoque an der Grenze von Franz. Guiana und Brasilien im Süden. Besiedelt werden kleine Bäche und Flüsse bis maximal 2 m Tiefe mit fliessendem Wasser und sandigem, z.T mit Kies durchsetztem oder mit Fallaub bedecktem Boden.
Diese Art kommt mit S. argentea, S. bimaculata und S. guentheri gemeinsam vor. S. argentea und S. guentheri besitzen jedoch deutlich grössere Schuppen (max. 36 entlang der Seitenlinie gegenüber mehr als 42 bei S. pupula). S. guentheri hat zudem einen deutlichen dunklen Fleck auf dem Schwanzstiel. Dagegen ist S. bimaculata durch ihre zwei Punktreihen am Rücken deutlich unterschieden. Bei S. pupula fehlt ein deutlicher dunkler Längsstreifen, jedoch ist ein unter der Haut liegendes dunkleres Band vorhanden. An der Basis der Dorsalen findet sich ein schwarzer Fleck wie bei vielen anderen Steindachnerina-Arten. Die maximale SL beträgt 100,1 mm.
Die Verbreitung erstreckt sich über das untere Orinoko-Becken, vom Rio Meta (Kolumbien) bis zum Beginn des Deltas. Überwiegend werden die Flüsse der Llanos besiedelt, doch einzelne Funde wurden auch in rechtsseitigen Zuflüssen wie dem Rio Caroni und seinen Nebenflüssen gemacht. Ein als S. cf. pupula bezeichnetes Exemplar (MZUSP 49521) von Boca do Acre am oberen Rio Purus (Bundesstaat Amazonas, Brasilien) ist soweit von den anderen bekannten Vorkommen entfernt, dass eine Überprüfung angeraten erscheint.
amazonica (Steindachner, 1911)
Curimatus elegans var. amazonica Steindachner, 1911
Da dies die einzige bisher bekannte Art der Gattung aus dem Gebiet des Rio Tocantins ist, bestehen kaum Verwechslungsmöglichkeiten. Die Art verfügt wie viele andere Arten über einen dunklen Fleck in der Rückenflosse und ein dunkles Längsband. Die maximale SL beträgt 98,9 mm.
Die wenigen bisher bekannten Fundorte liegen am oberen Rio Tocantins im Gebiet der Neben- bzw. Quellflüsse Rio Paraná und Rio Maranhao, im Umkreis von weniger als 200 km um die Hauptstadt Brasilia.
guentheri (Eigenmann & Eigenmann, 1889)
Curimatus güntheri Eigenmann & Eigenmann, 1889
Curimatus issororoensis Eigenmann, 1912
Curimatus morawhannae Eigenmann, 1912
Curimatus metae Eigenmann, 1922
Curimata robustula Allen in Eigenmann & Allen, 1942
Steindachnerina guentheri. Die erkennbar geringe Schuppenzahl (knapp
über 30 in der Seitenlinie), der dunkle Fleck in der Rückenflosse und der
auf die hintere Körperhälfte beschränkte Längsstreifen, der sich auf dem
Schwanzstiel abrupt verbreitert, sind die entscheidenden Kennzeichen.
© aqualog-Verlag

Eine Art mit einem ausserordentlich grossen Verbreitungsgebiet. Das Fehlen von Punktreihen am Rücken sowie eines abgeflachten Bauches und das Vorhandensein eines dunklen Flecks in der Rückenflosse unterscheiden sie von allen sympatrischen Arten ausser S. argentea und S. pupula. Letztere hat jedoch deutlich kleinere Schuppen (42-46 in der Seitenlinie gegenüber 30-36 bei S. guentheri). Zu den Unterschieden zu S. argentea sh. dort. S. guentheri besitzt im hinteren Körperdrittel eine Zeichnung, die bei manchen Exemplaren nur als unregelmässige, dunkle Linie ausgeprägt ist, bei anderen einen breiten, rautenförmigen, schwarzen Fleck bildet. Die maximale SL beträgt 111,3 mm. Das Foto im Aquarienatlas IV, S. 129 ist vermutlich korrekt identifiziert.
Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich in einem riesigen Halbkreis um das gesamte Amazonasbecken herum. Vom äussersten Norden Guyanas (Gebiet des Waini Rivers) zieht es sich über das Orinoko-Delta und den unteren Orinoko bis in die Llanos Venezuelas. In Kolumbien liegen Funde vom oberen Rio Meta vor. Vom Rio Napo (Ecuador) bis zum Rio Ucayali (Peru) kommt sie in allen wichtigen Zuflüssen des oberen Amazonas vor und erreicht flussabwärts mindestens das brasilianische Tabatinga am Dreiländereck. Auch im Rio Yavari an der Grenze Peru / Brasilien kommt sie vor. Schliesslich wird der obere Rio Madeira-Einzug besiedelt, vom Manú-Nationalpark (Peru) bis zum Rio Chapare (Bolivien). Von den Andenvorbergen dringt die Art hier im Süden aber nicht weiter als ca. 100 km Luftlinie in die Ebene vor.
notonota (Miranda-Ribeiro, 1937)
Curimatus notonotus Miranda-Ribeiro, 1937
Die einzige Art der Gattung und eine von nur vier Arten der Familie aus dem Nordosten Brasiliens. Wegen der Unterschiede zu Curimata macrops, Psectrogaster saguiru und P. rhomboides siehe dort. An der Basis der mittleren Rückenflossenstrahlen befindet sich ein dunkler Fleck. Bei Erwachsenen zieht sich im hinteren Körperdrittel eine schmale dunkle Linie entlang der Seitenlinie. Bis 97,9 mm SL.
Die Verbreitung erstreckt sich über die relativ kleinen Flüsse des nordöstlichen Brasiliens vom Rio Gurupi (Grenze Pará / Maranhao) im Norden bis nach Pernambuco.
Die Art wandert in grossen Schwärmen zu den Laichplätzen, wo im seichten Wasser zwischen Pflanzen abgelaicht wird. Die frischgeschlüpften Jungfische besitzen eine Klebdrüse, die zum Anheften an das Substrat dient, und ernähren sich von Plankton. Sobald sie von Plankton auf Detritus wechseln, verlieren sie nicht nur die Klebdrüse sondern auch die Zähne.
Curimatus elegans Steindachner, 1874
Curimatus elegans var. bahiensis Eigenmann & Eigenmann, 1889
Dies ist eine von nur drei Arten der ganzen Familie, die den Rio Sao Francisco und die südöstlich gelegenen kleinen Küstenflüsse bewohnt. Von beiden unterscheidet sie sich durch das deutlich unterständige Maul und das Vorhandensein eines dunklen Flecks an der Basis der mittleren Rückenflossenstrahlen. Ferner ist eine unregelmässige dunkle Linie entlang der Körperseite vorhanden, die bis auf die mittleren Schwanzflossenstrahlen reicht. Die glänzend silbernen Fische sind auf Kopf und Vorderrücken deutlich dunkler, die Flossen sind gelblich, der untere Schwanzflossenlappen etwas düsterer.Erreicht bis 108,8 mm SL.
Das Vorkommen umfasst den oberen Einzug des Rio Sao Francisco (ob auch unterhalb der Represa de Sobradinho?) sowie mindestens die Rios Pardo und Jequitinhonha in Bahia und Minas Gerais (Brasilien).
brevipinna (Eigenmann & Eigenmann, 1889)
Curimatus gilberti var. brevipinnis Eigenmann & Eigenmann, 1889
Curimatus nitens Holmberg, 1891
Curimatus nigrotaenia Boulenger, 1902
Steindachnerina cf. brevipinna. Die Art ist eigentlich nur aus dem Gebiet des
Rio Paraguay bekannt. Vari (1991) berichtete aber auch über ein Lot aus
dem oberen Rio Xingu, das eventuell eine eigene Art darstellt. Das hier
abgebildete Exemplar soll aus dem oberen Araguaia (Tocantins-System)
stammen und ist möglicherweise mit der Art aus dem Xingu identisch.
© aqualog-Verlag

Steindachnerina brevipinna, Pocone, Mato Grosso, Brasilien, beim
Verzehr von Mikroalgen und Detritus. Der dunkle Fleck in der
Dorsalen ist hier jedoch nicht zu erkennen.
© Ivan Sazima

Neben S. conspersa, S. biornata und S. insculpta die einzige Art der Gattung aus dem Gebiet des Rio Paraná / Paraguay. Bis auf S. conspersa fehlt den anderen beiden Arten jedoch der dunkle Fleck an der Basis der Rückenflossenstrahlen. Im Vergleich zu S. conspersa dagegen ist S. brevipinna meist etwas gestreckter und besitzt eine auffallende Längsbinde von annähernd gleichbleibender Breite, die aber bei manchen Populationen auch recht blass sein kann. Maul unterständig. Weitere Unterschiede sh. bei den jeweiligen Arten. Die SL erreicht mindestens 118 mm (Géry et al., 1987, als Curimata nitens). Ringuelet et al. (1967) geben eine Länge (TL?) von 140 mm an.
Die Verbreitung erstreckt sich über den gesamten Einzug des Rio Paraguay, den unteren Rio Paraná von Posadas bis hinab nach Rosario und den Rio Uruguay in Uruguay und Rio Grande do Sul (Brasilien). Ringuelet et al. (1967) geben ferner den Einzug des Rio Bermejo in der Provinz Salta (Argentinien) an.
Ein einzelnes Lot von relativ kleinen Steindachnerina aus dem Rio Curua im Rio Xingu-Einzug wurde von Vari (1991) unter Vorbehalt ebenfalls zu dieser Art gezählt. Da der Fundort aber in einer ganz anderen tiergeografischen Region liegt, hält er es für wahrscheinlicher, dass es sich um eine unbeschriebene Art handelt. Dieses Lot stellt die einzigen bekannten Vertreter der Gattung im gesamten Xingu-Einzug dar.