Potamorhina Cope, 1878
Gasterotomus Eigenmann, 1910
für Anodus latior
Suprasinelepichthys Fernandez-Yepez, 1948
für Curimatus laticeps
Diese Gattung enthält einige der größten Arten der Familie (bis 270 mm SL) und damit auch wirtschaftlich wichtige Arten. Manche von ihnen führen jahreszeitliche Massenwanderungen durch, die vermutlich mit der Fortpflanzung zu tun haben, und zumindest P. altamazonica kann sogar Töne hervorbringen.
Die Gattung wurde von Vari (1984) bearbeitet, der auch einen Schlüssel anbietet. Alle Arten sind seitlich stark abgeflacht und ziemlich hochrückig. Von den anderen Gattungen der Familie unterscheiden sie sich u.A. durch ihre lange Anale mit mindestens 11 (-16) verzweigten Strahlen.
latior (Agassiz in Spix & Agassiz, 1829)
Anodus latior Agassiz in Spix & Agassiz, 1829
Diese Art erreicht bis 226,0 mm SL. Sie unterscheidet sich von den anderen Arten der Gattung durch den stark ausgeprägten, durchgehenden Bauchkiel. Die Bauchflossen inserieren dadurch nicht am tiefsten Punkt des Körpers sondern sitzen seitlich etwas hochgerückt.
P. latior kommt im Amazonas von Santarem (Pará) aufwärts bis in den Rio Ucayali bei Pucallpa (Peru) vor. Von den grösseren Nebenflüssen sind der Rio Madeira hinauf bis in den Rio Mamoré (Bolivien) sowie die Rios Purus und Jurua und der untere Rio Negro besiedelt. In den übrigen Nebenflüssen anscheinend nur in den untersten Abschnitten. Laut Ovchynnyk (1968) auch in Nebenflüssen des Rio Napo in Ecuador.
laticeps (Valenciennes in Cuvier & Val., 1850)
Curimatus laticeps Valenciennes in Cuvier & Valenciennes, 1850
Eine der grössten Arten der ganzen Familie mit bis zu 259,2 mm SL. Sie ist gekennzeichnet durch einen nicht allzu stark ausgeprägten Bauchkiel, der auf Höhe des Bauchflossenansatzes unterbrochen ist, sowie einen kleinen dunklen Fleck auf dem Schwanzstiel.
P. laticeps hat das kleinste Verbreitungsgebiet der Potamorhina-Arten, denn sie kommt nur im Einzug des Lago Maracaibo in Venezuela vor. Die Fundorte liegen alle im Westen des Sees und reichen von der Umgebung von San Carlos del Zulia im Süden bis Carrasquero nordwestlich von Maracaibo. P. laticeps ist die einzige Art der Gattung in dieser Region.
pristigaster (Steindachner, 1876)
Curimatus (Anodus) pristigaster Steindachner, 1876
Die Typusart erreicht bis 219,7 mm SL und unterscheidet sich von den anderen Arten durch einen abgeflachten Bauch mit gekielten Rändern vor den Bauchflossen und einen gesägten Kiel hinter den Bauchflossen. Spitze der Rückenflosse bei grösseren Exemplaren (Männchen?) lang ausgezogen, erreicht angelegt gelegentlich die Adipose. Ein deutlicher, kleiner, runder Fleck auf dem Ende des Schwanzstiels ist das einzige farbliche Merkmal der Art.
Sie wurde fast nur aus dem eigentlichen Amazonas und den untersten Abschnitten seiner Zuflüsse von Santarem bis hinauf nach Peru bekannt. P. pristigaster kommt jedoch auch im unteren Rio Branco und damit sicher auch im Rio Negro vor und wurde im Rio Ucayali (Peru) bei Pucallpa nachgewiesen.
Curimatus altamazonicus Cope, 1878
Dies ist eine der größten Arten der ganzen Familie. Während in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet die maximale bekannte SL 232,4 mm beträgt, nennt Vari (1984) ein Exemplar aus dem Rio Moxoto (Pernambuco, sh. unten) mit 265,5 mm SL. P. altamazonica unterscheidet sich durch ihren vor den Bauchflossen gerundeten Bauch von den anderen Vertretern der Gattung.
Potamorhina cf. altamazonica. Eine exakte Bestimmung ist anhand
dieses Fotos nicht möglich.
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Die Art besitzt – wie auch P. latior – schlauchartige Auswüchse der vorderen Schwimmblasenkammer, die in Verbindung mit den Rippen, der Kiemenhöhle und dem Innenohr stehen. Da zumindest P. altamazonica in der Lage ist, Laute zu produzieren (Vari, l.c., S. 10), dienen sie möglicherweise der Schallproduktion oder ermöglichen ein besonders gutes Hörvermögen.
P. altamazonica kommt in weiten Teilen des Amazonas- und Orinokobeckens vor, und zwar im Amazonas von Santarem (Pará) bis in den Rio Ucayali bei Pucallpa (Peru) sowie in den Rios Madeira (bis Bolivien), Purus und Jurua. In anderen Flüssen bisher höchstens aus den untersten Abschnitten bekannt. Seltsamerweise finden sich bei Vari (l.c.) praktisch keine Meldungen aus dem Rio Negro. Die Art ist dann wieder im Gebiet des mittleren und unteren Orinoko bekannt, nämlich etwa von Puerto Ayacucho bis zum Delta einschliesslich Rio Meta (im Oberlauf in Kolumbien), Apure und Portuguesa. Damit ist dies die einzige Art der Gattung, die das Gebiet des Orinoko bewohnt. Wegen ihrer wirtschaftlichen Bedeutung wurde sie anscheinend auch in einem Stausee des Rio Moxoto (Rio Sao Francisco-System, Pernambuco) ausgesetzt. Die Gattung ist sonst nicht im Rio Sao Francisco verbreitet.
squamoralevis (Braga & Azpelicueta, 1983)
Semitapiscis squamoralevis Braga & Azpelicueta, 1983
Der einzige Vertreter der Gattung aus den Einzugsgebieten von Rio Paraná und Rio Paraguay erreicht SL von bis zu 234,1 mm und ist gekennzeichnet durch den nicht allzu stark ausgeprägten, durchgehenden Bauchkiel (stärker bei P. latior). Die Adipose weist häufig einen dunklen oberen Rand auf.
Die Vorkommen reichen von der Mündung des Rio de la Plata in Argentinien und Uruguay bis in den Rio Paraná bei Sete Quedas (Paraná, Brasilien, nur ein Nachweis) und im Rio Paraguay bis an den Nordrand des Pantanal (Mato Grosso).