Odontocharacidium Buckup, 1993
aphanes (Weitzman & Kanazawa, 1977)
Klausewitzia aphanes Weitzman & Kanazawa, 1977
Odontocharacidium aphanes
© Peter Hoffmann

Auch die einzige Art dieser Gattung ist ausgesprochen winzig, denn der Holotypus weist eine Länge von gerade einmal 13 mm SL auf, auch wenn im Aquarium Längen bis 16,5 mm SL erreicht werden. Die Geschlechtsreife beginnt bereits mit 13 mm SL (Weitzman & Vari, 1988). Bei dieser Art kann die Fettflosse vorhanden sein oder auch fehlen. Die Tiere sind ziemlich durchscheinend, so daß bei reifen Weibchen die Eier von außen sichtbar sind. An der Basis jedes Schwanzflossenlappens befindet sich nach Buckup (1993 b) ein dunkler Fleck, auf dem Rücken vom Nacken bis zum Schwanzstiel acht schwärzliche Sattelflecke. Bisher sind mehrere, anscheinend disjunkte Vorkommen bekannt. Die beiden wichtigsten befinden sich im mittleren und oberen Rio Negro bis zum Casiquiare sowie im weiteren Umkreis des Dreiländerecks Brasilien/Peru/Kolumbien. Auch unterhalb von Manaus bei Parintins wurde die Art gefangen.
Die Art wurde zunächst zu Klausewitzia gestellt. Meinken (1969) führte sie irrtümlich als Characidium voladorita in die Aquaristik ein. Ihm zufolge sind die Tiere territorial und sehr agil und neugierig. Weitzman & Kanazawa (l.c.) beschreiben sie als bedächtige Schwimmer, die sich meist in Pflanzen versteckt halten, jedoch bei Bedarf pfeilschnell durchs Wasser flitzen können. Interessanterweise gibt Meinken die Maximallänge mit 30 mm an, was deutlich zu hoch gegriffen ist. Möglicherweise hat er jedoch die Längenangaben nur geschätzt.
Hoffmann & Hoffmann (1995) berichteten über die Zucht der Art und lieferten interessante Details zu Geschlechtsunterschieden und Balzfärbung, die sie in einer Skizze festhielten. Ihre Weibchen wurden mit 16,5 mm SL und 20 mm TL etwas grösser als die Männchen mit 14,5 mm SL und 17 mm TL (SL von mir durch Ablesen aus der Skizze ermittelt) und besassen vollere Bäuche, während die Männchen etwas spitzere und längere Bauchflossen und höhere Rückenflossen besassen. Zudem waren die Sattelflecken bei den Weibchen zu unregelmässigen Querbinden verlängert. Während der Balz verschwanden bei den Männchen die Sattelflecken und alle anderen schwarzen Markierungen, während auf dem nun rostbraunen Körper ein schwarzer Humeralfleck erschien. Die oben erwähnten schwarzen Flecken an der Schwanzflossenbasis konnten die Autoren nie beobachten.
Bereits vorher hatte Pinter (1988a) die Art im Daueransatz in einem 200-l-Becken, das dicht mit Javamoos bewachsen war, vermehrt. Interessanterweise unterscheiden sich Pinter’s Tiere etwas von denen der Hoffmanns und der Originalbeschreibung, indem die Sattelflecken zu vollständigen Querbinden verlängert sind. Da die Zentren der Schuppen im Bereich der Querbinden heller sind, entsteht der Eindruck von Gliederketten, wie auf dem Foto im Aquarienatlas III, S. 146 erkennbar ist. Später bestätigte Pinter (1995) diese Unterschiede und ergänzte, dass seinen Tieren der Schulterfleck der Männchen bei der Balz fehlt und auch die TL bei beiden Geschlechtern rund 2 mm unter denen der Tiere der Hoffmanns liegen. Während die Hoffmanns für ihre Tiere eine Herkunft vom mittleren Rio Negro annahmen, vermutete Pinter den Ursprung seiner Tiere im Rio Inirida (Kolumbien), was eine Ausdehnung des bisher bekannten Artareals nach Norden bedeuten würde. Bislang kann der taxonomische Status von Pinter`s Tieren nicht beurteilt werden.
Interessanterweise findet sich bei Sterba (1990, S. 87) die Abbildung eines Fisches, als Klausewitzia aphanes bezeichnet, der wegen seiner scharf konturierten schwarzen Längsbinde kaum mit der zuvor beschriebenen Art identisch sein dürfte. Obwohl es sich um eine unbeschriebene Art handeln könnte, vermute ich eher, dass es sich um Microcharacidium geryi handelt (sh. dort).