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Parodontidae

Die Vertreter der Parodontidae gelten allgemein als Bewohner von schnellfließenden Gebirgsbächen, wo sie zwischen Felsen und Geröll bis in Höhen von 1100 m leben. In ihrem Verbreitungsgebiet, das vom Westen Panamas bis ins La-Plata-Becken reicht, sind sie aber auch in ruhiger fliessenden Flüssen über sandig-schlammigem Grund anzutreffen, wie die Berichte reisender Aquarianer (Stawikowski, 1986; Evers, 1999) zeigen; und schliesslich existiert nach Starnes & Schindler (1993) sogar eine bisher unbeschriebene Gattung, die in Seen lebt. In den schnell strömenden Flüssen, in denen sie aber meist zu finden sind, lassen sie sich typischerweise mit ihren breit abgeflachten Brustflossen vom Strömungsdruck an den Untergrund pressen und ernähren sich vorwiegend von Algen und Aufwuchs. Dazu besitzen sie hochspezialisierte Zähne, die nach Abnutzung bei manchen Arten komplett und gleichzeitig ersetzt werden. Bis zu 30 Zahnanlagen hintereinander liegen im Kiefer verborgen und warten auf ihren Einsatz. Bei manchen Arten kommt auch Laichausschlag vor; allerdings ist dieses Phänomen hier noch nicht gut untersucht. Die Männchen unterscheiden sich von den Weibchen nach Starnes ferner durch den Bau der vorderen Rippen und der Körperwandmuskulatur, was ihnen das Erzeugen von Tönen ermöglichen soll !! Von einigen Arten ist bekannt, dass die Tiere nachts ein anderes Farbkleid anlegen.

Über die Verwandtschaftsbeziehungen der Parodontidae herrscht noch keine Klarheit. Die bisherige Auffassung, es handele sich um eine Unterfamilie der Hemiodontidae, ist vermutlich falsch. Nach Buckup (1998) sind sie mit diesen nicht näher verwandt sondern bilden vielmehr eine sehr alte Salmlerfamilie, die schon frühzeitig von den restlichen Salmlern abgezweigt sein muss.

 

Die Parodontidae wurden seit längerer Zeit nicht mehr revidiert. Eine von Starnes (in Starnes & Schindler, 1993) angekündigte Überarbeitung wurde offenbar nicht fortgesetzt. Nunmehr hat sich Carla Simone Pavanelli der Familie angenommen und bereits drei neue Apareiodon-Arten beschrieben. Weitere Veröffentlichungen sind angekündigt. Z.Zt. kann von etwa 32 gültigen beschriebenen Arten ausgehen, doch werden sicherlich noch weitere Neuentdeckungen hinzukommen.

 

Starnes & Schindler (1993) erwähnen eine bislang nicht beschriebene Gattung, die einen seitlich zusammengedrückten Körper ähnlich den Curimatidae besitzen und in Seen leben soll. Bislang fehlen weitere Hinweise auf diese Fische, auch in der gesamten übrigen von mir eingesehenen Literatur. Auf die Beschreibung dieser Tiere darf man gespannt sein!

 

 

Last Update: Tuesday 10. April 2007

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