Lebiasina
Lebiasina Valenciennes in Cuvier & Val., 1847
Piabucina Valenciennes in Cuvier & Val., 1850
für Piabucina erythrinoides Valenciennes in Cuvier & Val., 1850
Zum Vergleich der luftatmenden mit den nicht luftatmenden Arten sh. L. festae und L. panamensis.
Piabucina astrigata Regan, 1903
Wie L. multimaculata, aber mit grösseren und runderen Flecken, mit schwarzem Fleck in der Dorsalen, Adipose für gewöhnlich vorhanden. Foto im Aquarienatlas I, S. 336. Rio Mira, Rio Santiago, Becken des Rio Esmeraldas, Guayas-Becken, Westen Ecuadors (Ovchynnyk, 1971). (?)Rio Meta, Kolumbien?
Lebiasina astrigata
© aqualog-Verlag

Piabucina aureoguttata Fowler, 1911
Kein Dorsalfleck, zwei undeutliche Längsbinden und ein kleiner Caudalfleck. Rückenprofil deutlicher gebogen als z.B. bei L. boruca (Bussing, 1967).
Nur sehr wenige Exemplare sind in Museen vorhanden. Der Holotypus stammt aus einem Nebenfluss des Rio Chimbo (Guayas, Ecuador). Allerdings sind auch 11 Exemplare (ANSP 141507) aus dem Rio Yasuni (Napo-Einzug) im Amazonasgebiet bekannt, was tiergeographisch sehr merkwürdig ist und überprüft werden sollte.
bimaculata Valenciennes in Cuvier & Valenciennes, 1847
Vom Rio San Juan (Kolumbien), über Rio Esmeraldas, Chone und Guayas (Ecuador), bis zum Rio Rimac (bei Lima, Peru) sowie in den dazwischenliegenden Zuflüssen des Pazifik. Kommt auch im oberen Marañon im Bereich der Anden vor. Noch eine Lebiasina-Art, die auf beiden Seiten der zentralen Wasserscheide vorkommt! Offenbar aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit eine der ganz wenigen Salmlerarten, die sowohl in den Flüssen der nordperuanischen Küstenwüste als auch in den zentralen Anden vorkommt. Bewohnt sowohl Flüsse mit sehr starker Strömung als auch Pools mit stehendem Wasser. Humeralfleck, je ein Fleck in Dorsale und Caudale, Längsbinde. Adipose nur bei 5% aller Exemplare vorhanden. Erreicht bis 144 mm TL. Foto in Aquarienatlas III, S. 156. Diese Art ist offenbar Luftatmer, da sie eine gekammerte Schwimmblase besitzt (Weitzman , 1964).
Piabucina boruca Bussing, 1967
Im Süden Costa Ricas in den Einzügen von Río Grande de Térraba und Río Coto sowie in grenznahen Gebieten Panamas zwischen 20-570 m über Meereshöhe verbreitet.
Oberseite grau, Unterseite weiss. Flanken mit rundlichen roten Flecken von etwa halbem Schuppendurchmesser. Basis der Rückenflossenstrahlen schwarz, bei kleineren Exemplaren auch die Membrane. Rückenflosse ansonsten gelborange, ebenso die Brustflossen. Übrige Flossen dunkelorange. Ein blasser Fleck unmittelbar vor der Basis der Rückenflosse verschwindet in Gefangenschaft (infolge Unwohlseins?). Ein auffallendes Längsband oder eine Längsreihe von Flecken fehlen. Ein Fleck an der Basis der Dorsale und ein Humeralfleck sind nur bei Jungtieren auffällig. Auf der Schwanzwurzel fehlen Markierungen. Bis 138 mm SL.
Männchen werden spätestens mit 90 mm SL geschlechtsreif und können dann durch breitere Analstrahlen und eine längere Analenbasis von den Weibchen unterschieden werden. Manche Männchen (welche?) besitzen eine vergrösserte Schuppe oberhalb der Analenbasis. Angaben bis hier her im Wesentlichen nach Bussing (1967).
Fromm (1977) fand die Art in Gruppen von 5-15 Exemplaren sowohl in fast stehenden Abflussgräben als auch in grösseren Bächen, wo sie allerdings an Pools gebunden waren. In der Aufsicht bemerkte er ein breites goldenes Band entlang des Rückens, eine schwarze Rückenflosse und leuchtend rote Schwanz- und Brustflossen bei den Tieren. Vergleiche mit dem Foto im Aquarienatlas IV, S. 133. Die kleinsten Tiere, die Fromm beobachtete, waren 10 cm lang.
Leider ist nicht bekannt, ob die Art Luftatmer ist.
Piabucina elongata Boulenger, 1887
Humeral- und Dorsalfleck sowie Längsbinde vorhanden, recht langgestreckt. Vom Rio Putumayo (Kolumbien) über die Rios Napo und Pastaza (Ecuador) bis zum Rio Marañon im nördlichen Peru.
erythrinoides (Valenciennes in Cuvier & Val., 1850)
Piabucina erythrinoides Valenciennes in Cuvier & Val., 1850
Piabucina pleurotaenia Regan, 1903
Nach Taphorn & Lilyestrom (1980) ist P. pleurotaenia ein Synonym zu P. erythrinoides; allerdings untersuchten sie nicht das Typusmaterial. Zum Zeichnungsmuster gehören ein Dorsalfleck, ein Longitudinalband und ein Caudalfleck. Die Art kommt in Venezuela im Maracaibo-Becken und den karibischen Zuflüssen östlich davon vor (aber nicht weiter als bis Puerto Cabello) sowie in Zuflüssen des Maracaibo-Sees in Kolumbien. Sie wurde auch aus dem Caroni-System und angeblich sogar aus Guyana gemeldet, doch halte ich den Status dieser Funde für nicht gesichert. Die Typlokalität von P. pleurotaenia liegt bei Merida in einer Höhe von 1600 m. Mit Längen bis zu 176 mm (Männchen) bzw. 235 mm (Weibchen) sind dies vermutlich die größten Vertreter der Lebiasinidae, die dadurch die nahe Verwandtschaft zu den Erythrinidae veranschaulichen. Sie werden wohl erst bei mehr als 100 mm Länge geschlechtsreif. Neben der geringeren Größe haben die Männchen relativ längere Afterflossen, kräftigere Farben und einige von ihnen (laichreife?) entwickeln eine recht merkwürdige Schuppenreihe seitlich oberhalb der Afterflosse, die auf beiden Seiten einen gebogenen Kiel bildet. Dies Merkmal sollen auch männliche Hoplerythrinus unitaeniatus haben; über seine Funktion, vielleicht beim Ablaichen, ist nichts bekannt. Im Gegensatz zu dieser Art besitzt L. erythrinoides jedoch keine gekammerte Schwimmblase und atmet keine Luft (Weitzman, 1964). Der Lebensraum der Art sind beschattete Bergbäche mit klarem, sauberem und kräftig strömendem Wasser über Fels, Steinen oder Sand. Wasserpflanzen fehlen meist; die Wassertemperaturen reichen von 17,5 bis 32,5°C und der pH liegt bei 7. Dort jagen sie wohl vor allem an der Oberfläche und ernähren sich von (Land- und Wasser-) Insekten, aber auch Reste von Fischen, Früchte, Algen und Pflanzenwurzeln wurden in ihren Mägen gefunden.
Piabucina festae Boulenger, 1899
Humeral- und Dorsal-, aber kein Caudalfleck, Längsbinde verläuft unterhalb der Mittellinie. In Panama etwa vom Panama-Kanal an (z.B. auf Barro Colorado Island im Gatun-See) ostwärts sowie in NW-Kolumbien, im Osten bis Rio Atrato, im Süden bis Rio San Juan. Für gewöhnlich mit Adipose. Bis 110 mm SL.
Diese Art ist Luftatmer (Graham, Kramer & Pineda, 1978), kann aber auch ohne Zugang zur Wasseroberfläche überleben. Sie bewohnt in Panama Tieflandflüsse und Sümpfe. Kommt im Gebiet des Rio Bayano sympatrisch mit L. panamensis vor.
Humeral-, Dorsal- und Caudalfleck sowie eine Längsbinde vorhanden. Santarem am unteren Amazonas (Pará, Brasilien). Die einzige Art im zentralen Amazonasbecken.
Eine Reihe von Flecken entlang der Längsachse, vor der Rückenflosse kleine und zahlreiche Flecken, kein Dorsalfleck, Adipose nur bei 10% der Tiere vorhanden. NW-Kolumbien in den Rios San Juan, Baudo, Atrato und Cauca. Foto im Aquarienatlas II, S. 321.
Piabucina panamensis Gill, 1877
Dunkles Längsband häufig in unregelmässige Flecken aufgelöst. Panama, im Westen bis in die Provinz Cocle knapp westlich des Panamakanals, Kolumbien in Rio Atrato, Baudo, San Juan und Magdalena und (?) Ecuador im Rio Vinces, Guayas-System. Die Art soll ihr Futter am Boden suchen. Bis 150 mm SL.
Diese Art ist kein Luftatmer (Graham, Kramer & Pineda, 1978). Sie bewohnt in Panama vorzugsweise kleine, mit Felsen durchsetzte Waldbäche. Kommt im Gebiet des Rio Bayano sympatrisch mit L. festae vor.
Piabucina unitaeniata Günther, 1864
Mit Längsbinde. Der Holotyp stammt aus Guyana. Gleich mehrere der sehr wenigen Museumsexemplare unter diesem Namen kommen allerdings aus dem Nordwesten des Kontinents, aus so unterschiedlichen Gebieten wie dem Atrato-Becken in Kolumbien, dem Amazonasbecken in Ecuador und aus Panama. Nur einige Nachweise aus dem östlichen Venezuela, aus dem Caroni und dem Cuyuni, passen von der Verbreitung her zu dieser Art. Bis zu 127 mm (SL?).
uruyensis Fernandez-Yepez, 1967
Bislang vor allem aus Venezuela bekannt, aus den Einzügen des oberen Orinoko, des Caroni, des Caura und des Cuyuni. Kommt anscheinend auch in Guyana vor
Körperseiten je nach Stimmung weiss bis rotbraun (Schreckfärbung), am Rücken dunkelbraun. Zwei Reihen gelber Punkte entlang der Flanken. Unterhalb des Auges ein längsovaler, schwarzer Fleck mit leicht grünlichem Glanz, der fast immer sichtbar ist. Männchen mit grösserer Afterflosse und manchmal mit blau-irisierendem Schimmer auf dem Körper (Große, 2005, mit Fotos).
Keine Adipose. Luftatmer. Bis 150 mm TL.
Große (l.c) berichtete erstmalig über die Haltung der Art im Aquarium. Er hatte seine Tiere in Klarwasserzuflüssen des Cuyuni in Venezuela gefangen. Diese Bäche waren von Bäumen beschattet, so dass die Wassertemperatur bei 21-24 °C lag. Der Bodengrund war sandig bis steinig mit Laubansammlungen in ruhigeren Bereichen. Dort trat die Art in Trupps von 15-60 Exemplaren mit saisonal unterschiedlichen Individualabständen auf. Im Aquarium wirken die Fische offenbar ungesellig, verletzen sich bei ausreichend Platz aber nicht gegenseitig. Ausserhalb des Wassers überleben sie bei entsprechender Luftfeuchtigkeit bis zu mehreren Stunden, worauf sich jedoch die Schleimhaut in Fetzen ablöst und im Verlauf mehrerer Tage regeneriert.
Die nächsten fünf Arten wurden von dem Kolumbianer Ardila Rodriguez seit 1994 neu beschrieben. Da die Zeitschriften, in denen die Erstbeschreibungen erschienen sind (Revista Unimetro und Dahlia), offenbar in keiner deutschen Bibliothek geführt werden und somit über die deutsche Fernleihe nicht erhältlich sind, kann ich bisher nichts weiter als die Typuslokalitäten angeben. Wer kann helfen? Vgl. Literaturverzeichnis.
floridablancaensis Ardila Rodriguez, 1994
Typuslokalität: El Gaque, Nebenfluss des Rio Aranzoque, Dept. Santander, Kolumbien.
provenzanoi Ardila Rodriguez, 1999
Typuslokalität: Río Aponwao (Qda. Tarotá), Gran Sabana, Estado Bolívar, Venezuela.
yuruaniensis Ardila Rodriguez, 2000
Typuslokalität: Río Yuruaní, Gran Sabana, Estado Bolívar, Venezuela.
chucuriensis Ardila Rodriguez, 2001
Typuslokalität: Quebrada La Carbonera, Zufluss des Río La Llana, San Vicente de Chucurí, Depto. de Santader, Kolumbien.
narinensis Ardila Rodriguez, 2002
Typuslokalität: Quebrada Angostura, vía Tumaco-Pasto, Dept. Nariño, Kolumbien.
Nach Roman-Valencia (1997) existiert eine noch unbeschriebene Art im Einzug des Rio Vieja im oberen Cauca-Tal in Kolumbien. Bei Mageninhaltsuntersuchungen fand er hauptsächlich Insekten (Käfer, Mückenlarven und Ameisen), aber auch pflanzliches Material (Teile von Blättern und Trieben).
Bei der von Hoffmann & Hoffmann im Becken des oberen Mazaruni (Guyana) gefangenen Art (Géry & Zarske, 2002) handelt es sich anscheinend um L. uruyensis (sh. dort).
Weitere Vertreter der Gattung wurden in Gebieten fernab der oben beschriebenen Verbreitungsgebiete gesammelt, so z.B. in der Umgebung von Leticia an der brasilianisch-peruanischen Grenze, im Rio Inirida und im oberen Rio Meta in Kolumbien sowie in Surinam. Uber den Status dieser Tiere kann bisher nichts gesagt werden, vielleicht handelt es sich z.T. um unbeschriebene Arten. Die Gattung ist insgesamt sehr unzureichend bekannt.
Last Update: Monday 09. April 2007
Previous page: Derhamia
Next page: Nannostomus
