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Lebiasinidae

Trotz ihrer meist geringen Grösse und zierlichen Gestalt, die einigen von ihnen den Namen Ziersalmler eingetragen hat, gelten die Lebiasinidae als nahe verwandt mit den Raubsalmlern der Familie Erythrinidae. Die genaue Art dieser Verwandtschaft bedarf aber noch weiterer Untersuchungen. Während Vari (1995) sie als Schwestergruppe eines Clades, bestehend aus den Raubsalmlerfamilien Hepsetidae, Erythrinidae und Ctenoluciidae ansieht, geht Buckup 1998) davon aus, dass sie entweder die Schwestergruppe der Erythrinidae oder der Hepsetidae + Ctenoluciidae sind. Schliesslich sind nach Oyakawa (in Vorb., cit. in Buckup, 1998) die Lebiasinidae sogar paraphyletisch. So ist die Unterfamilie Lebiasininae vermutlich näher mit den Erythrinidae verwandt als der Rest der Familie – durchaus einleuchtend, wenn man Vertreter der Gattungen Lebiasina und Piabucina einmal genauer betrachtet. Sh. auch unten.

 

Lebiasininae

 

Die Vertreter dieser Unterfamilie sind in ihrer Verbreitung auf den Norden Südamerikas beschränkt. Sie sind seit Jahrzehnten nicht mehr revidiert worden (wenn überhaupt schon einmal...) und auch in der Aquaristik wegen ihrer Grösse kaum zu finden. Daher ist nur sehr wenig über sie bekannt. Die bislang meist unterschiedenen zwei Gattungen sind einander so ähnlich, dass man in Anbetracht der unsicheren Systematik beide getrost zur Gattung Lebiasina zusammenfassen kann.

Einige - aber nicht alle! - Arten (z.B. Lebiasina festae, im Gegensatz zu Lebiasina panamensis) besitzen eine modifizierte Schwimmblase, die sie zum Atmen atmosphärischer Luft befähigt. Der Bau dieser Schwimmblase weist viele Gemeinsamkeiten mit der der Raubsalmler Erythrinus und Hoplerythrinus auf und deutet auf nahe Verwandtschaft hin. Es ist aber bisher nicht für alle Arten bekannt, ob sie Luftatmer sind oder nicht. Die publizierten osteologischen Befunde, ebenfalls nur von einzelnen Arten, sprechen zudem gegen eine solche Verwandtschaft. Eine sorgfältige Revision aller Arten in Verbindung mit einer stammesgeschichtlichen Analyse, die sowohl die osteologischen Befunde als auch den Bau der Schwimmblase berücksichtigt, ist dringend erforderlich. Möglicherweise ist diese Unterfamilie nicht monophyletisch!

 

Pyrrhulininae

 

Bei den nächsten drei Gattungen kommen verschiedene Formen der Brutpflege vor, was bei Salmlern an sich schon recht selten ist. Die Fortpflanzung von Copella arnoldi ist aber sogar in der gesamten Fischwelt einzigartig. Die Adipose fehlt bei diesen drei Gattungen immer. Auch die Gattung Nannostomus, bei der die Adipose zumindest bei einigen Arten auftritt, gehört hierher, auch wenn sie oft als Tribus Nannostomini abgeteilt wird.

In der DATZ 7/2002 stellten Hoffmann & Hoffmann eine neue Gattung und Art der Lebiasinidae vor, die inzwischen als Derhamia hoffmannorum beschrieben wurde. Während die Erstbeschreiber sie als Vertreter der Lebiasininae sehen, scheint mir eine Beziehung zu den Pyrrhulininae - als Schwestergruppe zu diesen ? - wahrscheinlicher, da die Gemeinsamkeiten mit Lebiasina wohl eher als Plesiomorphien zu werten sind. Immerhin weist die neue Gattung einige recht ursprüngliche Merkmale auf.

 

 

Lebiasininae

Lebiasina

 
     

Pyrrhulininae

Copeina

Derhamia

 

Copella

 
 

Pyrrhulina

 
 

Nannostomus

 

 

 

 


Last Update: Thursday 14. June 2007

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