Curimata
Curimata Bosc, 1817
Curimata Walbaum, 1792
für Salmo (Curimata) marggravii
Nicht verfügbar.
Curimatus Oken (ex Cuvier), 1817
für Salmo edentulus, objektives Synonym
Semitapicis Eigenmann & Eigenmann, 1889
für Charax planirostris
Peltapleura Fowler, 1906
für Salmo cyprinoides
Acuticurimata Fowler, 1941
für Curimatus macrops
Allenina Fernandez-Yepez, 1948
für Curimata murieli
Camposella Fernandez-Yepez, 1948
für Curimatus simulatus, präokkupiert in Diptera
Lambepiedra Fernandez-Yepez, 1948
für Lambepiedra alleni
Bitricarinata Fernandez-Yepez, 1948
für Curimatus schomburgkii
Bondia Fernandez-Yepez, 1948
für Curimatus mivartii, präokkupiert in Lepidoptera
Bondichthys Whitley, 1953
Ersatzname für Bondia
Camposichthys Whitley, 1953
Ersatzname für Camposella, präokkupiert in Pisces
Stupens Whitley, 1954
Ersatzname für Camposichthys und Camposella
Seit der Revision durch Vari (1989) wurde mit C. acutirostris noch eine weitere Art beschrieben (Vari & Reis, 1995). In der zuletzt genannten Arbeit findet sich auch der aktuellste Bestimmungsschlüssel.
Curimata ist über weite Teile des gesamten Amazonas- und Orinokobeckens verbreitet. Nur je eine Art bewohnt darüber hinaus die atlantischen Zuflüsse der Guyana-Länder, den Rio Parnaiba in Piauí und Maranhao sowie den Rio Magdalena und andere Flüsse in Kolumbien. In vielen dieser Gebiete stellt die Gattung einen wichtigen Beitrag zur lokalen Fischerei dar.
Ihre dreizehn Arten sind mittelgrosse Fische von unterschiedlicher Gestalt, die kaum gattungstypische äussere Merkmale besitzen. Jedoch ist der vordere Bauchbereich bei allen Arten ausser C. ocellata und C. mivartii abgeflacht und hat fast rechtwinklige Kanten (sh. aber auch Psectrogaster). Für den Wissenschaftler ist ihre Zugehörigkeit zu dieser Gattung durch den Besitz zahlreicher gut entwickelter, paralleler Hautfalten am Gaumendach dennoch eindeutig. Die exakte Bestimmung lebender Tiere ist sehr schwierig. Hierfür müssen die oben geannten Arbeiten von Vari und Vari & Reis herangezogen werden.
Salmo immaculatus Linnaeus, 1758
Nicht verfügbar.
Salmo cyprinoides Linnaeus, 1766
Salmo (Curimata) marggravii Walbaum, 1792
Nicht verfügbar.
Salmo edentulus Bloch, 1794 als Typusart
Charax planirostris Gronow in Gray, 1854
Curimatus schomburgkii Günther, 1864
Curimata copei Fowler, 1906
Die Typusart der Gattung ist eine der am längsten bekannten Salmlerarten überhaupt und eine von zwei Arten (neben C. knerii), die durch auffallend fadenförmig verlängerte Strahlen der Rückenflosse gekennzeichnet sind. Bei manchen Exemplaren von C. cyprinoides können die Spitzen der Flossenstrahlen die Spitze des oberen Schwanzflossenlappens erreichen. Da die Art mit C. knerii nicht gemeinsam vorkommt, sollten zumindest erwachsene Tiere, trotz des Fehlens irgend einer Zeichnung oder sonstiger Merkmale, leicht zu bestimmen sein. Die Grundfärbung ist golden oder golden-silbrig glänzend. Sehr kleine Individuen von weniger als 30 mm SL besitzen jedoch einen schwarzen Fleck an der Spitze der Dorsale. Die maximale SL beträgt 212,9 mm. Ob das Foto in Sterba (1990, Tafel 32) diese Art zeigt, kann nicht als gesichert gelten, da die verlängerten Flossenstrahlen fehlen. Das Foto im Aquarienatlas IV, S. 127 zeigt dagegen möglicherweise C. inornata (sh. dort).
Im Tocantins ist C. cyprinoides eine der häufigsten Arten überhaupt, die dort von November bis Januar ab einer Größe von 130 mm (?SL) laicht. Wie andere Vertreter der Familie ernährt sie sich von organischem Detritus, benthischen Organismen und Periphyton.
Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Orinoko-Delta und dem Rio Morichal Largo (Monagas, Venezuela) über die atlantischen Zuflüsse der Guyana-Länder - wo sie die einzige Curimata-Art ist – und den brasilianischen Bundesstaat Amapá weiter über das Gebiet der Amazonas-Mündung einschliesslich der Isla de Marajó und des Rio Capim bei Belém bis in den Rio Tocantins. Wurde im Rio Araguaia bis hinauf in den Norden von Goias angetroffen (Vari & Reis, 1995).
Curimatus vittatus Kner, 1858
Salmo roncador Natterer in Kner, 1859
Nicht verfügbar.
Curimata murieli Allen in Eigenmann & Allen, 1942
Curimata vittata. Die Querbinden am Rücken machen die Art einzigartig.
© aqualog-Verlag

Das Muster aus 8-10 senkrechten Binden auf den hell silbrig glänzenden Flanken unterscheidet diese Art von allen anderen Curimatidae. Allerdings werden diese Binden bei den Erwachsenen zunehmend von Guanin überdeckt. Siehe auch das Foto in Sterba (1990, Tafel 49).
Diese Art wird bis 187,8 mm SL lang und kommt wohl im gesamten Amazonasbecken vor. Das Verbreitungsgebiet reicht im Osten bis zum unteren Rio Xingu (Pará), im Süden bis zum Rio Itenez/Guaporé (Bolivien), im Westen bis zum Rio Pastaza und zum Rio Ucayali bei Pucallpa (Peru) sowie im Norden bis zum Rio Atabapo, einem Schwarzwasserzufluss des Orinoko (Venezuela). Im Bereich des Orinoko gibt es sonst nur noch einen Nachweis aus dem Rio Mavaca, der noch oberhalb des Casiquiare in den Orinoko mündet (Vari, 1992, S. 38). Entlang des Rio Negro bewohnt sie Sandbänke, Sümpfe und Seen im Zentrum von Strominseln (Vari, 1989).
Curimatus asper Günther, 1868
Curimatus simulatus Eigenmann & Eigenmann, 1889
Dies ist eine von zwei Arten – neben C. cerasina – die zu den farbenprächtigsten Curimatidae gezählt werden müssen. Bei ihr ist der Bauch rund um die Bauchflossen intensiv rot gefärbt.
Die Art erreicht eine SL bis 221,4 mm und kommt in weiten Teilen des oberen Amazonasbeckens, von der Stadt Fonte Boa an aufwärts vor. Sie dringt dabei bis in den Rio Napo (Ecuador) und den Rio Ucayali bis oberhalb von Pucallpa vor.
Curimatus knerii Steindachner, 1876
Wie C. cyprinoides besitzt diese Art auffällig fadenförmig verlängerte Spitzen der Rückenflosse und ist daher und wegen des von jener Art getrennten Verbreitungsgebietes nicht so recht zu verwechseln. Andere Auffälligkeiten im Aussehen bestehen nicht; die Grundfärbung ist silbern bis silbrig-golden. Die maximale SL beträgt 206,8 mm.
Das Verbreitungsgebiet reicht von Santarém an der Mündung des Rio Tapajós bis Iquitos (Peru) und schliesst die grösseren Nebenflüsse wie den Rio Tapajós, den Rio Madeira und den unteren und mittleren Rio Negro mit ein.
Curimatus mivartii Steindachner, 1878
Dies ist die einzige Curimata-Art aus dem Einzug des Rio Magdalena in Kolumbien und neben Cyphocharax magdalenae der einzige bekannte Vertreter der Familie überhaupt in diesem grossen Stromsystem im Norden Kolumbiens. Von jener Art unterscheidet sie sich am leichtesten durch die grosse Zahl an Schuppen in der Seitenlinie (mit 63-76 ca. doppelt so viele wie bei C. magdalenae mit 34-38). Ebenso schlicht gefärbt wie fast alle anderen Arten, erreicht sie SL bis 320 mm (Dahl, 1971, cit. in Vari, 1989a) und ist damit der grösste Vertreter der gesamten Familie.
Das Vorkommen umfasst den Rio Magdalena einschliesslich Rio Cauca, den Rio Sinú westlich davon und den Rio San Jorge.
ocellata Eigenmann & Eigenmann, 1889
Curimatus ocellatus Eigenmann & Eigenmann, 1889
Curimatus semitaeniatus Steindachner, 1915
Dies ist eine sehr interessante Art, deren schlanker, langgestreckter Körper wenig an andere Curimatidae, dafür aber sehr an Vertreter der Hemiodontidae erinnert. C. ocellata imitiert diese sogar, besonders die Art Hemiodopsis semitaeniatus, und schwimmt in deren Schwärmen mit, die ihr so Schutz gewähren.
Die Art besitzt bei silbrig-goldener Grundfärbung einen dunklen, runden Fleck auf den Flanken, ein Stück weit hinter der Rückenflosse und etwa 3-5 Schuppen breit, sowie ein dunkles Längsband, das kurz hinter dem Fleck beginnt und sich auf den oberen Rand des unteren Schwanzflossenlappens ausdehnt. Bei Jungtieren ist der Fleck mit dem Längsband verbunden, während bei grösseren Tieren nur noch der Fleck deutlich sichtbar bleibt und das Längsband von Guanin verdeckt wird. Diese Zeichnung ist einzigartig unter den Curimatidae und dürfte C. ocellata insgesamt unverwechselbar machen, wenn nicht das Problem bestünde, diese Art von den Hemiodontidae zu unterscheiden!
Die maximale SL für diese Art beträgt 225,3 mm. Sie kommt im Gebiet des unteren Amazonas vom Unterlauf des Rio Xingu bei Porto do Moz bis Manaus sowie im Rio Madeira bis Humaita und im gesamten Rio Negro vor, eventuell auch im oberen Orinoko, da ein Fund existiert, der wahrscheinlich aus dem Rio Atabapo stammt. Dieser ist ein Zufluss des oberen Orinoko, der allerdings wie der Rio Negro Schwarzwasser führt. Weisswasser scheint die Art zu meiden.
macrops Eigenmann & Eigenmann, 1889
Curimatus macrops Eigenmann & Eigenmann, 1889
Dies ist die einzige Curimata-Art aus dem Rio Parnaiba im Osten Brasiliens (Piauí und Maranhao) und eine von nur vier Arten der Familie (neben Psectrogaster rhomboides, P. saguiru und Steindachnerina notonota), die in diesem oder einem der anderen Flussgebiete der Region vorkommen. Der typische abgeflachte vordere Bauch mit fast rechtwinkligen Kanten und das Fehlen einer Zeichnung unterscheiden die Art von ihren Familienangehörigen. Die Grundfarbe des Körpers ist silbrig-golden.
Die Tiere erreichen SL bis 175,6 mm und bewohnen den gesamten Einzug des Rio Parnaiba.
cisandina (Allen in Eigenmann & Allen, 1942)
Psectrogaster cisandinus Allen in Eigenmann & Allen, 1942
Lambepiedra alleni Fernandez-Yepez, 1948
Eine Art, die besonders mit C. inornata und C. roseni verwechselt werden kann. Zu den Unterschieden sh. dort. Der Körper glänzt kräftig silbern, während die Flossen leicht rötlich angehaucht sind. Vom hinteren Ende der Rückenflosse bis zur Schwanzflosse zieht sich ein scharf abgesetzter dunkler Aalstrich über den Rücken.
Die Verbreitung erstreckt sich über den mittleren Amazonas bzw. Solimoes von Manaus aufwärts bis in den Ucayali bei Masisea. Darüber hinaus kommt die Art im oberen Rio Branco (Roraima) vor. Sie erreicht SL bis 127,9 mm.
Neben C. aspera ist dies der einzige Vertreter der Familie, der durch eine ausgedehnte Rotfärbung des Bauches und der Bauchflossen farbliche Akzente setzt. Das Rot reicht vorne bis unter die Brustflossen, hinten bis zu zwei Dritteln des Abstandes Bauch-Afterflosse und nach oben bis zu einer Horizontalen durch den Brustflossenansatz. In ihrem Verbreitungsgebiet kann sie nur mit C. incompta verwechselt werden, der diese Rotfärbung jedoch fehlt. Ausserdem wird C. cerasina mit bis zu 167,3 mm SL auch grösser und wirkt deutlich gedrungener.
Die Art ist in ihrer Verbreitung praktisch völlig auf die Llanos in Venezuela beschränkt, d.h. auf die Einzugsgebiete von Rio Apure und Rio Portuguesa. Hier bewohnt C. cerasina bevorzugt trübe Stillgewässer über schlammigen Böden, wie sie typisch für die Llanos sind. In diesen Überschwemmungsgebieten ist die Art sehr häufig. Die Tiere laichen von Ende März bis April in den eigentlichen Flußbetten und produzieren dabei mehr als 100 000 Eier. Die Jungfische ernähren sich von Copepoden und Wasserflöhen und benutzen dabei ihre Zähne, die allen erwachsenen Curimatidae fehlen. Bis zum August des gleichen Jahres sind sie auf 17-60 mm SL herangewachsen.
Obwohl diese Art über keinerlei Auffälligkeiten im Aussehen verfügt, ist eine Bestimmung anhand ihres Vorkommens durchaus möglich, sofern die Zuordnung zur richtigen Gattung gelingt. Nur zwei andere Curimata-Arten kommen mit C. incompta gemeinsam vor, nämlich C. cyprinoides mit lang ausgezogenen Flossenstrahlen und C. cerasina mit kräftig rot gefärbtem Bauch. Allerdings ist bei Jungfischen Vorsicht geboten! C. incompta erreicht eine SL von mindestens 112,8 mm und ist damit nach C. acutirostris der zweitkleinste Vertreter der Gattung.
Das Vorkommen erstreckt sich über den mittleren und unteren Orinoko in Venezuela, wo die Art von der Gegend um Puerto Ayacucho bis hinab zum Delta vorkommt.
Wie der wissenschaftliche Name schon sagt, weist diese Art kaum ein Farb- oder Zeichnungsmuster auf, das für die Bestimmung geeignet wäre. Einen deutlich abgesetzten dunklen Aalstrich, der sich zwischen Rücken- und Schwanzflosse über den Rücken zieht, hat sie mit den beiden nächstverwandten Arten C. roseni (hochrückiger) und C. cisandina (längere Anale) gemeinsam. Eine Unterscheidung der drei Arten ist anhand der relativen Körperhöhe und der Anzahl der Afterflossenstrahlen möglich, wie die nachfolgende Tabelle zeigt.
|
Körperhöhe (in % SL) |
Gegabelte Flossenstrahlen in der Anale |
|
|
C. inornata |
34-39 |
7-9 |
|
C. roseni |
40-48 |
7-9 |
|
C. cisandina |
38-44 |
10-12 |
Das Foto im Aquarienatlas IV, S. 127 zeigt möglicherweise diese Art, wie der Aalstrich (Deutscher Name: Aalstrich-Barbensalmler!) und der vergleichsweise gestreckte Körper vermuten lassen.
C. inornata erreicht eine SL von 138,2 mm und ist im unteren Amazonas und seinen Nebenflüssen verbreitet, wo sie in Rio Tocantins, Xingu und Tapajos (bis hinauf zum Rio Arinos) vorkommt und noch im Solimoes oberhalb von Manaus bei Coari angetroffen wurde.
Wie C. inornata und C. cisandina besitzt auch diese Art praktisch keinerlei Zeichnungsmuster, abgesehen von einem deutlichen dunklen Aalstrich auf dem Rücken zwischen Rücken- und Schwanzflosse. Die genannten beiden Arten stellen auch die einzige ernsthafte Verwechslungsmöglichkeit dar, da andere ähnliche Arten abweichende Verbreitungsgebiete haben. Zu den Unterschieden sh. obige Tabelle. Weitere Unterschiede bestehen im Knochenbau.
C. roseni erreicht SL bis 144,3 mm und ist im gesamten Rio Negro (einschliesslich des Rio Branco und seiner Zuflüsse in Guyana) bis in den oberen Orinoko im Bereich der Casiquiare-Bifurkation verbreitet. Ein Lot mit zwei Exemplaren ist aus dem Rio Itenez (Madeira-Einzug) in Bolivien bekannt. Diese beiden Tiere sind nicht ganz so hochrückig wie die anderen, doch ohne weiteres Vergleichsmaterial, besonders aus dem dazwischenliegenden Gebiet, kann über den Status dieser Tiere nichts gesagt werden. Der Rio Madeira ist jedoch für seine Gemeinsamkeiten mit der Fischfauna des Rio Negro bekannt.
Interessanterweise konnte die Art inzwischen auch aus dem Rio Araguaia (Tocantins-System) im Norden von Goias nachgewiesen werden (Vari & Reis, 1995). Das nächstgelegene bisher bekannte Vorkommen von der Mündung des Rio Madeira befindet sich rund 2600 Flusskilometer entfernt.
acutirostris Vari & Reis, 1995
Ein auffallend dunkler, länglicher Fleck auf dem Rücken, unmittelbar vor der Rückenflosse, kennzeichnet diese Art. Ein dunkler Streifen zieht sich über die Rückenmitte zwischen Dorsale und Caudale, doch ist dieser weder so kräftig noch so scharf begrenzt wie bei C. cisandina, C. roseni und C. inornata. Der Kopf ist deutlich zugespitzt, das Maul stark unterständig. Die bisher bekannten SL reichen bis maximal 81,5 mm. Damit ist dies die bisher kleinste Art der Gattung.
Bisher ist C. acutirostris nur von der Typlokalität bekannt, Altarmen und Lagunen entlang des oberen Rio Araguaia in der Region um Sao Miguel do Araguaia (Goias). Der Boden dieser Gewässer, die teils ständig, teils nur bei Hochwasser mit dem Araguaia in Verbindung standen, hatten Sandboden, der grossflächig mit Laub und Zweigen bedeckt war. Die Ufer waren von dichtem Wald bestanden, hier und da von Stränden unterbrochen. Die Wasserstände schwankten zwischen 1,5-5 m bei Niedrigwasser und 4-8 m bei Hochwasser.
Last Update: Monday 09. April 2007
Previous page: Curimatidae
Next page: Curimatella
