Curimatidae
Die Curimatidae bewohnen in ca. 100 Arten fast alle Arten von Gewässern, stehende ebenso wie schnellfließende, in Mittel- und Südamerika. Vom südlichen Costa Rica reicht ihre Verbreitung entlang der Westküste des Kontinents bis ins nördliche Peru und östlich der Anden bis ins nördliche Argentinien, wobei selbst die Insel Trinidad eingeschlossen ist. Sie umfassen Arten mit schlanker, langgestreckter Körperform, wie Curimata ocellata, die in gemeinsamen Schwärmen mit Hemiodontidae lebt und diese imitiert, aber auch hochrückige, scheibenfömige Arten wie Cyphocharax abramoides. Die meisten Vertreter der Familie weisen jedoch eine sehr unspektakuläre Durchschnittsgestalt auf und besitzen ausser einem starken Guaninglanz auch keine besonderen Farb- oder Zeichnungsmuster. Dennoch sind fast alle Arten leicht als Curimatidae erkennbar. In der Mehrzahl handelt es sich um mittelgroße Arten bis etwa 320 mm SL (bei Curimata mivartii), doch werden männliche Curimatopsis evelynae nur maximal 33 mm SL lang.

Viele Curimatidae leben in großen Schwärmen, die besonders zur Laichzeit Wanderungen durchführen, wobei sie von der ortsansässigen Bevölkerung in riesigen Mengen gefangen werden. Auch für die großen Raubfische und andere fischfressenden Tiere wie Vögel, Fischotter und Krokodile dürften sie aufgrund ihrer Anzahl eine wichtige Nahrungsgrundlage sein. Die Ernährungsbasis für dieses reichhaltige Vorkommen bilden lose treibendes organisches Material, Mikrodetritus, kleine Pflanzen und Fadenalgen, die in fast allen südamerikanischen Gewässen vorhanden sind. Übrigens fehlen allen erwachsenen Curimatidae Zähne, die jedoch bei den ganz jungen noch vorhanden sind.
Wegen ihrer wirtschaftlichen Bedeutung gehören einige Arten zu den am längsten der Wissenschaft bekannten Arten. Dennoch - oder gerade deswegen - herrschte in dieser Familie eine schier unglaubliche Verwirrung was die Anzahl, Abgrenzung, richtige Benennung und Gattungszugehörigkeit der zahlreichen Arten angeht - bis Richard Peter Vari vom National Museum of Natural History in Washington sich dieser Familie annahm und sie in zahlreichen Publikationen von 1982-1992 revidierte, so daß die Curimatidae heute eine der am besten untersuchten Salmlergruppen darstellen. Aus diesem Grund verzichte ich auch ausnahmsweise auf die Auswertung von Neodat II, da der zu erwartende Zugewinn an Information in keinem Verhältnis zum Aufwand stehen dürfte.
Ein Schlüssel für die Gattungen findet sich in Vari (1992).
Der "Catalog" listet die Namen Salmo curimata Walbaum, 1792 (nicht verfügbar), Salmo curimata Bloch & Schneider, 1801, Curimatus leucos Filippi in Tortonese, 1940 (nicht verfügbar), und Curimatus spixii Swainson, 1839 auf. Diese Namen können derzeit nicht zugeordnet werden und fehlen daher in der folgenden Aufstellung. Die Namen Salmo edentulus Larranaga, 1923 (präokkupiert in Salmo edentulus Bloch, 1794) und Salmo septemradiatus Larranaga, 1923 sind ebenfalls nicht verfügbar. Sie wurden früher als Synonyme zu Cyphocharax gilbert angesehen, was jedoch aufgrund ihrer Typuslokalitäten (Uruguay) nicht sein kann. Eine Zuordnung dieser Namen ist daher im Moment nicht möglich. Möglicherweise handelt es sich um Cyphocharax voga. Da sie ohnehin nicht verfügbar sind, verzichte ich darauf, mich festzulegen und werde sie im Weiteren nicht mehr erwähnen.
Last Update: Monday 09. April 2007
Previous page: Ctenoluciidae
Next page: Curimata
