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Poecilocharax

Poecilocharax    Eigenmann, 1909

 

Den beiden Vertretern dieser Gattung ist gemeinsam, dass ihnen die Adipose fehlt.

 

bovalii    Eigenmann, 1909

 

Mindestens 38 mm SL. Diese Art ist offenbar im Potaro River in Guyana endemisch und wurde vor allem an ihrer Typuslokalität am berühmten Kaieteur-Fall gefunden, wo sie in langsam fliessendem Schwarzwasser lebt. Interessanterweise kommt sie sowohl oberhalb als auch unterhalb des für Fische eigentlich unüberwindlichen Wasserfalls vor.

Lange Zeit war nicht bekannt, wie die Art lebend aussieht. Laut Eigenmann (cit in Géry [1977]) sollten die Männchen eine „geranium-rote“ Schwanzflosse mit perlenweissen Tupfen besitzen. Eine Zeichnung von Eigenmann findet sich ebenfalls in Géry (1977). Im Jahre 1991 fanden dann zwei holländische Aquarianer die Art an ihrer Typuslokalität wieder und brachten sie nach Europa. Fotos dieser Tiere (Männchen und Weibchen) finden sich im Aquarienatlas V, S. 75. Tatsächlich haben die Männchen eine blassrote Anale, während die der Weibchen mit weissen Tupfen übersät ist.

P. bovalii konnte leider nicht vermehrt werden. Armbruster (2001) gibt eine eindrückliche Schilderung der Schwierigkeiten, heutzutage am Potaro Fische zu fangen, so dass wir vielleicht noch länger auf die Wiedereinfuhr dieser Art warten müssen.

 

 

weitzmani    Géry, 1965

 

Typuslokalität ist der Igarapé Preto am oberen Amazonas in der Nähe von Leticia. Die Nachweise in Neodat II stammen jedoch aus dem mittleren und oberen Rio Negro, einschliesslich des Rio Vaupes (Kolumbien), ferner aus dem Casiquiare und dem oberen Orinoko bis Puerto Ayacucho (Venezuela). Schliesslich gibt es noch Meldungen vom unteren Rio Caura. Schwarzwasser mit pH-Werten bis 4,0 wird anscheinend bevorzugt, Klarwasser wird aber auch besiedelt. Eine Farbbeschreibung erübrigt sich, da diese ausserordentlich farbenprächtige Art häufig in Aquarienzeitschriften abgebildet wird, so u.A. in Evers (1998b) oder im Aquarienatlas III, S. 147. Mit Längen von max. 40 mm TL (Sterba, 1990) bleibt sie ziemlich klein.

Die Art besitzt einen interessanten Geschlechtsdimorphismus, indem die Männchen in Praemaxillare und Dentale nur einspitzige Zähne besitzen, die Weibchen dagegen fast nur dreispitzige. Auch die Form der Kieferknochen ist verschieden. (Sterba, 1990, S. 150, Abb. 128, nach Géry). Die Bedeutung oder Funktion dieses Merkmals ist bisher völlig unbekannt.

Meinken (1969a) beschrieb das Ablaichverhalten. Erstaunlicherweise scheinen die Männchen hier keine Laichterritorien zu verteidigen. Das laichreife Weibchen fordert die Männchen vielmehr durch eine besondere Schwimmweise dazu auf, ihr zu folgen. Mit zwei oder mehr Männchen im Gefolge sucht sie dann nach geeigneten Laichplätzen, Unterseiten von Blättern, an die sie je ein oder mehrere Eier anklebt. Die Eier werden von einem oder mehreren Männchen besamt, ohne dass es dabei zu Kämpfen kommt. Nach Meinken’s Beobachtungen können die frisch geschlüpften Jungfische nicht höher als 4-5 cm aufsteigen, um ihre Schwimmblase zu füllen, was zu der Schlussfolgerung verleitet, dass die Laichplätze in der Natur knapp unter der Wasseroberfläche liegen. Die Jungfische verbringen dann die nächste Zeit ganz eng an Pflanzenstengel gedrückt, wo sie kaum zu sehen sind.

Neueren Berichten zufolge (z.B. Evers, 1998a) laicht die Art jedoch genau wie Crenuchus spilurus in engen Höhlen (Tonröhren).

 

Poecilocharax weitzmani

 

© aqualog-Verlag

 
Poecilocharax weitzmani

 

 

sp.

 

In Neodat II ist ein kurz nach 1900 gesammeltes Exemplar dieser Gattung gelistet (AMNH 214831), das aus dem Demerara in Guyana stammen soll. Da aber P. bovalii streng endemisch im Potaro River lebt und P. weitzmani aus den Guyana-Ländern nicht bekannt ist, muss der Status dieses Tieres vorläufig offen bleiben.

 

 

 


Last Update: Monday 09. April 2007

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