Leptocharacidium
Leptocharacidium Buckup, 1993
Die einzige Art dieser Gattung ist ein typischer Stromschnellenbewohner und lebt in den zum Guyana-Schild gehörenden östlichen Zuflüssen des oberen Rio Negro (oberhalb von Sao Gabriel da Cachoeira, Amazonas, Brasilien), des Rio Casiquiare und des oberen Orinoco (bis bis in den Rio Parguaza unterhalb von Puerto Ayacucho, Amazonas, Venezuela). Das Verbreitungsgebiet der Art ist aber wahrscheinlich noch viel größer, da auch ein Tier nördlich von Manaus gefangen wurde. An der Typlokalität im Gebiet des Pico da Neblina in Venezuela hatte das Wasser einen pH von 5, was in den Feldnotizen als ‚relativ hoch (!)’ bezeichnet wurde. Das Gebiet um den Neblina, mit 3014 m Höhe einer der höchsten Berge Südamerikas östlich der Anden, gehört übrigens zu den am wenigsten erforschten Gebieten des Kontinents. Von hier sind in den letzten Jahren mehrere interessante neue Salmlerarten beschrieben worden, so z.B. Serrabrycon magoi oder Hyphessobrycon epicharis. Eine hervorragende Schilderung dieser abgelegenen Gegend gibt Uwe George in seinem Buch "Inseln in der Zeit" (GEO-Buch, Verlag Gruner + Jahr, Hamburg).
Die Tiere besitzen im Gegensatz zu Melanocharacidium eine deutliche Längsbinde sowie darüberhinaus eine kreuzförmigen Zeichnung im Gesicht (sh. Abb. in Buckup 1993b, Fig. 1, p. 103). Sie werden bis 85 mm lang (TL). (70 mm SL).
cf. Leptocharacidium omospilus. Für diese Identifizierung sprechen: Die relativ scharf
begrenzte Längsbinde, die sonst nur noch bei Ammocryptocharax auftreten soll, die
oberhalb und unterhalb der Längsbinde versetzt angeordneten Querbinden sowie der
deutliche, dreieckige Fleck am Hinterrand des Kiemendeckels. Die charakteristische
kreuzförmige Zeichnung ist nur undeutlich zu erkennen. Gegen Leptocharacidium spricht
die relativ kurze Schnauze. Alternativ könnte es sich um eine bisher unbeschriebene
Melanocharacidium-Art handeln. Der Gattungsschlüssel aus Buckup (1993) müsste dann
allerdings geändert werden.
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Last Update: Monday 09. April 2007
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