Print This Page

Crenuchidae

Buckup (1998) konnte zeigen, dass die beiden folgenden Gruppen nächst verwandt sind. Äusserliche Gemeinsamkeiten bestehen am ehesten zwischen den Crenuchinae und der recht gedrungenen Gattung Elachocharax.

 

Crenuchinae

 

Die Vertreter dieser Unterfamilie besitzen ein eigentümliches Organ auf der Stirn, das in dieser Form bei keiner anderen Fischart bekannt ist (Géry [1963], Alexander [1963]). Obwohl die Vermutung geäussert wurde, dass es sich um ein Sinnesorgan – evtl. sogar einen Infrarot-Sensor – handeln könnte, fehlen seit mehr als 35 Jahren jegliche Untersuchungen zur Funktion dieses Organs, so dass alles, was darüber geschrieben wurde, nach wie vor nur Spekulation ist.

Das tiefgespaltene Maul der drei Arten spricht ebenso wie ihr kurzer, geradliniger Magen-Darm-Trakt für eine räuberische Lebensweise. Dabei stehen allerdings eher Fischlarven und Wasserinsekten auf dem Speiseplan als andere, grössere Fische.
Zwei Gattungen (Crenuchus und Poecilocharax) mit drei Arten.

 

Characidiinae

 

Die Characidiinae kommen von Panama bis zum Rio de la Plata in den meisten Flußsystemen Südamerikas vor, wobei die größte Artenvielfalt in den Quellflüssen der Anden, den Gewäs­sern des Guyana-Schildes und den Flußsystemen Südostbrasiliens herrscht. Es handelt sich durchweg um kleine Arten, die selten länger als 10 cm werden; manche erreichen ausgewach­sen keine 2 cm SL. Ihre Arten bewohnen fast alle Gewässertypen, von kleinsten Über­schwemmungstümpeln bis zu den Abrißkanten von Wasserfällen. Nach Henderson & Walker (1990) gehören sie in den Fischgemeinschaften der Fallaub-Bänke in zentralamazonischen Schwarzwassern zu den häufigsten Fischen überhaupt (siehe Elachocharax pulcher). Viele ihrer Arten haben eine auffallende Ähnlichkeit zu afrikanischen Vertretern der Gattungen Nannocharax und Hemigrammocharax, manche aber auch zu südostasiatischen Balitoridae (sh. z.B. die Abbildung von Melanocharacidium pectorale in Buckup (1993b)).

Die Unterfamilie wurde von Buckup (1993a, b, c, 1998) neu bearbeitet, wobei die Gattung Characidium zunächst noch ausgespart wurde. In Buckup (1993b) finden sich Schlüssel für alle bis dahin bekannten Gattungen und Arten ausser denen der Gattung Characidium. Seitdem wurden bereits wieder neue Arten beschrieben, so dass man zur Zeit etwa 71 Arten in 10 Gattungen als gül­tig beschrieben ansehen kann. Das Ende der Fahnenstange dürfte jedoch längst noch nicht erreicht sein.

Auffallenderweise scheinen viele Arten der Characidiinae ihre Färbung sehr schnell ändern zu können, worüber aber fast noch nichts veröffentlicht wurde. Immerhin erwähnen Weitzman & Gery (1980) unterschiedliche Farbmorphen für Elachocharax pulcher, von denen sie nicht ausschließen können, daß diese auf physiologischem Farbwechsel beruhen (also stimmungabhängig sind).

 

Cladogram Crenuchidae


Last Update: Monday 09. April 2007

Previous page: Clupeacharacinae
Next page: Ammocryptocharax