Phago
Phago Günther, 1865
Drei Arten von obligatorischen Flossenfressern.
Offenbar weit verbreitet im zentralen Zaire-Becken. Funde liegen vor vom Stanley Pool, vom oberen Sankuru, einem Nebenfluss des Kasai, und vom Ubangi bei Bangui (Zentralafrikanische Republik). Bis 170 mm TL. Relativ kurzer Schnabel. Ein Foto in Géry (1977) zeigt vermutlich diese Art.
Phago boulengeri. Beachte den ziemlich kurzen Schnabel,
im Gegensatz zu P. loricatus.
© aqualog-Verlag

Phago fulica Pellegrin, 1922
Offenbar weit verbreitet im Zaire-Becken, die wenigen Funde sind von Kinshasa, Buta (nordöstliches Zaire) und Bangui (Zentralafrikanische Republik), bis 160 mm TL. Offenbar weniger gestreckt und somit gedrungener als P. loricatus, aber von P. boulengeri kaum zu unterscheiden. Leveque & Bigorne (1987) nennen lediglich die Zahl von 8 Schuppen um den Schwanzstiel gegenüber 6 bei P. boulengeri als Unterscheidungsmerkmal.
Im Aqua-Terra-Net zeigt Kai Arendt ein Foto dieser Art und beschreibt das Gebiss und das Beuteverhalten dieses Flossenfressers.
Phago maculatus E. Ahl, 1922
Vom Wouri River (Kamerun) über den unteren Niger (Nigeria) bis zum Ouémé (Süd-Benin). Im Niger nördlich bis in den unteren Benue. Bis 165 mm SL. Foto im Aquarienatlas I, S. 232 (als P. maculatus) und im Aquarienatlas IV, S. 59. Anzahl der braunschwarzen Binden auf der Schwanzflosse evtl. grössenabhängig. Flossenfresser, nehmen nach Evers (1999) im Aquarium keine ganzen Futterfische an. Dort noch weitere Fotos.
Burchard konnte bereits in den 1960er Jahren UW-Beobachtungen an dieser Art im Ethiope und im Jameson River durchführen, beide im Einzug des Benin River am Westrand des Nigerdeltas (Burchard, 1968). Auf der Jagd lassen sich die Tiere langsam und unauffällig, nur mit den Brustflossen manövrierend, dicht an den Rändern von Pflanzenbeständen entlang treiben. Haben sie ein Opfer erspäht, versuchen sie, wenn es sein muss über eine Entfernung von mehreren Metern, sich an den Fisch heranzupirschen. Dies tun sie nur direkt von hinten und unter Ausnutzung jeder verfügbaren Deckung. Wird der Phago von seiner Beute entdeckt, was in deckungsarmen Gewässerabschnitten die Regel ist, gibt er die Jagd sofort auf. Anderseits konnte ein Exemplar an einer pflanzenreichen Stelle bei mehr als zwölf (!) erfolgreichen Attacken innerhalb von 5 Minuten beobachtet werden. Ein solcher Angriff wird aus einer Entfernung von ca. 30 cm ausgeführt und geht so schnell vor sich, dass das menschliche Auge nicht folgen kann.
Bei Mangel an Deckung bieten sich für Phago vor allem zwei Strategien. Zum einen attackiert er Beutefische, die kurzfristig abgelenkt sind, z.B. zwei Cichliden bei einem Revierkampf. Dann kann Phago sogar in einer blitzartigen Folge von Attacken bei beiden Opfern zum Erfolg kommen. Andererseits konzentriert er sich auf Fische, die nicht weit fliehen können, insbesondere brutpflegende Cichliden. Diese sehen dementsprechend häufig sehr "gerupft" aus.
Phago loricatus erscheint in der Natur nur einzeln. Burchard sah nur einmal zwei Tiere beisammen, die gerade einen heftigen Kampf ausfochten. Es erscheint aus nahrungsökologischen Gründen naheliegend, dass diese Art ein streng territorialer Einzelgänger ist, zumal einzelne Exemplare über Tage hinweg in den gleichen Flussabschnitten angetroffen wurden.
Derartige Freilandbeobachtungen an Salmlern sind leider sehr selten und deshalb umso wertvoller.
Phago loricatus. Leider ist die Schnabelspitze auf diesem Foto
abgeschnitten, der Schnabel ist aber auffällig länger als bei P. boulengeri.
© aqualog-Verlag

Last Update: Friday 13. April 2007
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