Odontostilbe
Odontostilbe Cope, 1870
Holoshesthes Eigenmann, 1903
für Chirodon pequira
Holesthes Eigenmann, 1915
Ungerechtfertigte Emendation
Cheirodontops Schultz 1944
für Cheirodontops geayi
Lobodeuterodon Fowler, 1945
für Deuterodon euspilurus
Malabarba (1998) erklärt in seiner Arbeit Holoshesthes zum Synonym von Odontostilbe. Die Art H. heterodon gehört zu Serrapinnus. Von den Odontostilbe-Arten aus Géry (1977) erwähnt er nur O. fugitiva. Ich habe die anderen dort genannten Arten mit Ausnahme von O. mitoptera vorläufig hierher gestellt, um ihnen eine "Heimat" zu geben.
Zumindest O. fugitiva und O. pequira sind durch einen verlängerten zweiten Dorsalstrahl und einen verlängerten ersten Bauchflossenstrahl gekennzeichnet (Malabarba, l.c.).
Poecilurichthys pulcher Gill, 1858
Die einzige Art der Cheirodontinae im Grossteil des Orinoko-Beckens in Venezuela.
Wurde ursprünglich von der Insel Trinidad beschrieben, wo sie in stehenden und langsam fliessenden Gewässern vorkommt. In Venezuela im gesamten Orinoko-Becken, vom Delta bis zum Oberlauf. Scheint besonders in den Llanos sehr häufig zu sein, d.h. in den Rios Portuguesa, Apure, Arauca, Cinaruco und Meta sowie ihren zahllosen Nebenflüssen. In den Rios Arauca und Meta aufwärts bis in die Quellflüsse in Kolumbien. Geht im Norden bis in die Nordabdachung der Küstenkordillere und die dortigen kleinen Zuflüsse der Karibik. Einige wenige Nachweise aus dem südlichen Maracaibo-Becken.
Ebenfalls in den rechtsseitigen Zuflüssen des Orinoko wie z.B. Rio Caura (bis in den Oberlauf), Rio Caroni und Rio Cuyuni. Nicht bekannt aus dem unteren Cuyuni in Guyana. Im Süden bis in die Quellflüsse des Orinoko. Ein einziger Nachweis von Maroa am Rio Guainia, dem Quellfluss des Rio Negro, aber kaum 20 km von der Wasserscheide zum Orinoko entfernt. Fehlt ansonsten im Rio Negro und scheinbar schon im Casiquiare.
Ökologisch offenbar sehr anpassungsfähig, sowohl in typischen Schwarzwasser- als auch Weisswassergebieten.
Bis 48 mm TL. Relativ kleiner, schwärzlicher Schwanzwurzelfleck (Géry, 1977). Auf dem Foto im Aquarienatlas V, S. 40, jedoch mit ausgeprägtem schwarzem Fleck, der den oberen und unteren Rand des Schwanzstiels errreicht, und mit je einem weissen Fleck an der Basis der Schwanzflossenlappen, davon der obere grösser.
Cheirodontops geayi Schultz 1944
Weitverbreitet in den venezolanischen Llanos, westlich bis an den Rand der Kordillere, im Norden zwischen Caracas und Barcelona auch in karibischen Zuflüssen, östlich bis etwa Ciudad Bolivar, südwärts bis in den oberen Rio Meta und den oberen Rio Guaviare in Kolumbien. Fehlt offenbar vollständig auf der rechten Seite des Orinoko. Bevorzugt möglicherweise schlammige bis sandige Böden.
40 mm SL. Ein Foto, das möglicherweise diese Art zeigt, in Géry (1977, S. 556). Sonst ist mir über das Aussehen nichts weiter bekannt.
splendida Bührnheim & Malabarba 2007
pao Bührnheim & Malabarba 2007
Odontostilbe madeirae Fowler, 1913
Odontostilbe drepanon Fowler, 1913
Odontostilbe caquetae Fowler, 1943
Dies ist die vorherrschende Art der Unterfamilie im Großteil des oberen und zentralen Amazonasbeckens.
Im oberen Amazonasbecken in Kolumbien, Peru und Ecuador, in den Rios Caqueta, Putumayo und Napo. Auch im Rio Ucayali bei Pucallpa (Peru) nachgewiesen. Ein davon abweichender Fund aus dem Rio Vaupes in Kolumbien (Rio Negro-Einzug) verdient Überprüfung, da weit entfernt von anderen Vorkommen.
Im zentralen Amazonasbecken in der Umgebung von Manaus sowie im Rio Madeira aufwärts bis ins Gebiet der Rios Madre de Dios (Peru), Beni und Mamoré (Bolivien), südwärts bis fast 15° S.
Funde aus dem Waini River im Norden Guyanas passen überhaupt nicht in dieses Verbreitungsmuster und können momentan nicht beurteilt werden.
Laut "Catalog" wurde die Typusart der Gattung offenbar nach einem Exemplar beschrieben, das als Mageninhalt (eines anderen Fisches?) in der Nähe von Pebas (Peru) auftauchte!!
Bis 48,7 mm SL. Häufigste Art der Gattung (?). Als O. caquetae, O. drepanon und O. madeirae beschriftete Zeichnungen in Géry (1977, S. 554/555). Die beiden letztgenannten stellen offenbar Männchen bzw. Weibchen dar, das Männchen mit verlängerten Spitzen von Rücken- und Bauchflosse. Ob das Tier auf dem Foto im Aquarienatlas III, S. 119, wirklich diese Art zeigt, vermag ich nicht mit Sicherheit zu sagen.
Bei einem von Lüling in der Nähe von Iquitos (Peru) gefangenen Exemplar waren die Lippen stark reduziert. Géry (1964) versah die Artbestimmung daher mit einem Fragezeichen. Die Identität dieses Exemplars ist bis heute unklar.
ecuadorensis Bührnheim & Malabarba 2006
nareuda Bührnheim & Malabarba 2006
Chirodon pequira Steindachner, 1882
Salmo pequira Natterer in Steindachner, 1882
Nicht verfügbar.
Odontostilbe trementinae Eigenmann & Kennedy, 1903
Wohl ausschliesslich im Paraná-Paraguay-Becken einschliesslich Rio Uruguay beheimatet, im oberen Paraná oberhalb der Einmündung des Paraguay bis zum Itaipú-Staudamm jedoch nur selten gemeldet. In Argentinien überall entlang des unteren Paraná, südlich bis Berisso im Südosten von Buenos Aires. In Paraguay fast flächendeckend in allen Zuflüssen des Rio Paraguay. Im brasilianischen Teil des Paraguay-Beckens bis zum Nordrand des Pantanal, dort auch im angrenzenden Bolivien.
Im Rio Uruguay aufwärts bis zum südlichen Misiones (Argentinien), weit verbreitet auch in Rio Grande do Sul.
Als Typuslokalitäten gelten Villa Bella (wo ist das?) und Obidos am Amazonas. Géry (1977) nennt als Vorkommen ferner den Rio Guaporé. Neodat II enthält jedoch keine Nachweise aus diesen Gebieten. Meldungen aus Peru und Ecuador gehören wohl zu anderen Arten.
Nach Uj (1987) leben die Tiere in Schwärmen an der Oberfläche in strömendem Wasser, oft mit Serrapinnus piaba (wohl calliurus, sh. dort) und Pyrrhulina australis vergesellschaftet.
Ein dunkler Fleck an der Spitze der Rückenflosse, ein ebensolcher an der Spitze der Afterflosse und ein weiterer auf der Schwanzflossenbasis. Dazu sind die Basen von Rücken- und Afterflosse sowie der Bereich um den Caudalfleck gelb getönt. Das Auge ist oben orange gefärbt. Das Foto im Aquarienatlas III, S. 117, zeigt diese Merkmale sehr schön. Bis 47 (55?) mm SL. Zeichnung in Géry (1977, S. 551). Nach Malabarba (1998) soll auch diese Art verlängerte Rücken- und Bauchflossenstrahlen besitzen wie O. fugitiva.
paraguayensis Eigenmann & Kennedy, 1903
Weit verbreitet im Einzug des Rio Paraguay in Paraguay, Mato Grosso do Sul und Mato Grosso (Brasilien). In Argentinien südlich bis Bella Vista (Corrientes) am Paraná. Sicher auch in den Provinzen Formosa und Chaco. Meldungen aus anderen brasilianischen Bundesstaaten sind wohl irrtümlich erfolgt. Die Zugehörigkeit von zahlreichen in Neodat II genannten Lots aus dem Gebiet des Rio Beni (Bolivien) zu dieser Art ist unsicher, aber nicht unmöglich, da in dem dazwischenliegenden Gebiet im Osten Boliviens bisher nur sehr wenige Aufsammlungen erfolgt sind.
Bis 36 mm SL. Grosser tiefschwarzer Schwanzwurzelfleck, der sich über die gesamte Höhe des Schwanzstiels erstreckt und in Form einer Spitze bis auf die mittleren Strahlen der Caudale ragt. Dorsale, Anale und Caudale orange. Zeichnung in Géry (1977).
microcephala Eigenmann in Eigenmann & Ogle, 1907
Die Art wurde aus dem südlichen Bolivien beschrieben, wo sie in den Rios Pilcomayo und Parapeti vorkommt. Bisher keine Funde aus dem paraguayanischen Abschnitt des Rio Pilcomayo bekannt! Ferner in Argentinien, in den Provinzen Santiago del Estero und Tucumán, wo sie aus den Rios Salta und Dulce gemeldet wurde. Möglicherweise im Gebiet des östlichen Andenvorlandes im Süden Boliviens und im Nordwesten Argentiniens weiter verbreitet. Diese Region ist ichthyologisch ausserordentlich wenig bekannt! Schliesslich existieren noch ein paar Nachweise aus dem oberen Paraná in Paraguay und Brasilien, vom Itaipú-Stausee bis zum Rio Tiete. Insgesamt eine scheinbar recht seltene Art.
Bis 35 mm SL. Relativ langgestreckt. Leicht unterständiges Maul. Kleiner, dreieckiger, mit der Spitze nach hinten gerichteter Schwanzwurzelfleck. Gelblich-orangene Tönung an der Basis von Anale und Caudale (Uj, 1987).
Odontostilbe hasemani Fowler, 1940
Diese Art wurde aus dem Rio Chapare bei Todos Santos (Bolivien) beschrieben; ausser von dort nur Nachweise aus dem Rio Tahuamanu in Pando (ebenfalls Bolivien).
Der Holotypus von O. dierythrura erreicht 31 mm SL (Géry, 1972), lt. Neodat II erreicht die Art TL bis 43 mm. Maul endständig.
Deuterodon euspilurus Fowler 1945
Odontostilbe roloffi Géry 1972
Maul leicht unterständig. Rio Napo in Ecuador und Peru. Nur ein einziger Nachweis in Neodat II.
Zahlreiche in Neodat II genannte Funde sind dort als Odontostilbe sp. bezeichnet. Da die Gattung aber z. Zt. nicht sehr gut definiert ist und etliche dieser Nachweise sich auf Serrapinnus-Arten beziehen werden, kann ich nichts darüber aussagen, inwieweit auch von Odontostilbe noch unbeschriebene Arten existieren. Anzunehmen ist dies aber durchaus.
Last Update: Wednesday 11. April 2007
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