Nanocheirodon
Nanocheirodon Malabarba, 1998
Zu dieser Gattung gehört neben N. insignis noch mindestens eine unbeschriebene Art. Beiden ist gemeinsam, dass es sich um sehr kleine Arten handelt und dass sie einen charakteristischen Geschlechtsdimorphismus aufweisen: Die Männchen beider Arten besitzen verlängerte Afterflossenspitzen und mehr vorgerückte ventrale Caudalstrahlen als die Weibchen (Malabarba, 1998). Zu Geschlechtsunterschieden in der Färbung sh. unten.
Chirodon insignis Steindachner, 1880
Sehr kleine Art. Männchen erreichen maximal 22 mm SL; Weibchen werden allerdings etwas grösser, so dass TL von gut 30 mm erreicht werden. Die Geschlechtsreife erlangen die Tiere bereits bei 15 mm SL (Malabarba, 1998).
Nanocheirodon insignis, Männchen. F3-Nachzucht von Tieren, die von L. Helmdach
aus Venezuela nach Deutschland importiert wurden. Beachte die Zähnchen
(vorgerückte ventrale Caudalstrahlen) an der Unterseite des Schwanzstiels, ein
charakteristisches Merkmal der Cheirodontini.
© Stefan Hetz

Kommt in Kolumbien in den Gebieten der Rios Atrato, Sinú und Magdalena vor. Eventuell auch im oberen Rio Meta auf der Ostseite der Anden. In Venezuela im Maracaibo-Becken sowie im Bereich der Küstenkordillere ostwärts bis zum Rio Aroa nordwestlich von Valencia.
Die Ersteinfuhr gelang Helmdach (2001). Er hatte die Tiere 1997 am Ostrand ihres Verbreitungsgebietes nahe der Stadt Morón (Carabobo, Venezuela) in einem Sumpfgebiet des Rio Urama gefangen. Die Tiere erwiesen sich als gut züchtbar. Das Ablaichen fand in dichtem Javamoos statt und konnte nicht direkt beobachtet werden. Die geschlüpften Jungfische fielen durch ein grosses Deckungsbedürfnis auf, boten aber keine besonderen Schwierigkeiten bei der Aufzucht.
Die Färbung geht aus den Fotos unten hervor. Bemerkenswert ist dabei der Geschlechtsdichromatismus: Während die Weibchen an den Basen der Schwanzflossenlappen auffällige weisse Flecken besitzen, zwischen die sich von vorne der grosse, tiefschwarze Schwanzwurzelfleck schiebt, sind diese Flecken bei den Männchen leuchtendrot. Zudem besitzen die Männchen verlängerte Spitzen der Bauchflossen sowie der Afterflosse. Bei beiden Geschlechtern – bei Männchen intensiver – sind ferner die Spitzen der unpaaren Flossen weiss gefärbt.
Nanocheirodon insignis, Weibchen aus dem selben Zuchtstamm wie das
Männchen oben.
© Stefan Hetz

Auch Staeck (2002) bildete die Art ab. Seine Tiere weisen deutlich stärkere Guanineinlagerungen in den Schuppen auf, wodurch der schwarze Schwanzwurzelfleck bei dem abgebildeten Männchen praktisch völlig verdeckt wird. Das Schwarz ist dort nur auf den mittleren Strahlen der Schwanzflosse zu sehen. Dafür erstreckt sich das Rot fast über die gesamte basale Hälfte der Schwanzflossenlappen. Bei Staeck sind die weissen Flecken der Weibchen zudem gelb.
Diese Art bleibt noch kleiner. Männchen erreichen bis 18 mm SL. Ausser der Erwähnung bei Malabarba (1998) ist mir nichts weiter von dieser Art bekannt.
Last Update: Saturday 07. April 2007
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