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Kolpotocheirodon

 

Kolpotocheirodon    Malabarba & Weitzman, 2000

 

Die Männchen der beiden Arten dieser Gattung besitzen einzigartige, nur elektronenmikroskopisch sichtbare Strukturen auf dem unteren Schwanzflossenlappen, die wegen ihrer Form als "Ananasorgane" (pineapple organs) bezeichnet werden und möglicherweise mit der Abgabe von Pheromonen zu tun haben.

Ausserdem ist dies die einzige Gattung der Compsurini mit Aquaspermien, also Spermien, die nicht speziell an die innere Besamung angepasst sind.

 

 

theloura    Malabarba & Weitzman, 2000

 

Eine Art mit einem ungewöhnlichen Verbreitungsgebiet. Die in der Erstbeschreibung genannten Fundorte befinden sich in unmittelbarer Nähe der Hauptstadt Brasilia, im Distrito Federal und im angrenzenden Goiás, und gehören sowohl zum Einzugsgebiet des Paraná als auch des Sao Francisco, deren Wasserscheide dort verläuft. Da auch die Wasserscheide zum Tocantins in der Nähe verläuft, könnte die Art auch in den Quellflüssen dieses Systems vorkommen, doch ist dies bisher nicht belegt. Bis 29,9 mm SL.

Neben den "pineapple organs" besitzen die Männchen zusätzliche Modifikationen der Schwanzflosse. Einige Strahlen des unteren Schwanzflossenlappens sind nahe ihrer Basis mit Hautlappen, Papillen und kurzen Anhängen versehen.

Das Zeichnungsmuster von K. theloura ist für einen Cheirodontinen recht ungewöhnlich und besteht aus drei bis fünf sehr kleinen vertikalen Binden im vorderen Körperdrittel, die die sehr schmale Längsbinde kreuzen, sowie einem dunkelbraunen Band im vorderen Bereich der Anale, bei Männchen stärker ausgeprägt. Auf dem ersten Weichstrahl der Anale befindet sich bei den Männchen ein kleiner, aber gut sichtbarer schwarzer Fleck. Daneben besitzen sie einen für die Unterfamilie typischen Schwanzwurzelfleck, der sehr gross, schwarz und rautenförmig ist und den oberen und unteren Rand des Schwanzstiels erreicht. Schliesslich unterscheiden sich Männchen und Weibchen noch durch die Form der Afterflosse, die bei den Männchen von vorne nach hinten gleichmässig schmaler wird und bei den Weibchen vorne einen Lappen bildet.

 

 

figueiredoi Malabarba, Lima & Weitzman, 2004

 

Die zweite Art der Gattung stammt aus dem Osten Brasiliens, genauer gesagt, aus dem rio Pratinha im Einzug des rio Paraguacú in Bahia, ca. 350 km Luftlinie westlich von Salvador de Bahía. Bei der Ortschaft Iraquara tritt der Fluss aus einer Höhle zutage und bildet zunächst einen ausgedehnten Stillwasserbereich, der über eine Riffelstrecke abfliesst (Lima & Gerhard, 2001). Hier wurden die Tiere überwiegend in freiem Wasser gefunden, wo sie gegen eine mässige Strömung anschwammen. Bis 31 mm SL.

Zum Zeichnungsmuster gehört ebenfalls ein Schwanzwurzelfleck, der aber kleiner als bei der vorigen Art ist und den oberen Rand des Schwanzstiels nicht erreicht, aber bei gut ausgefärbten Exemplaren oben und unten von einem kleinen gelben Fleck gesäumt ist. Wie bei der vorigen Art befindet sich ein kleiner schwarzer Fleck auf dem ersten Weichstrahl der Afterflosse. Ausserdem besitzt K. figueiredoi einen schwarzen Fleck auf der Spannhaut zwischen dem ersten und dritten Weichstrahl der Dorsale, der zudem oben und unten gelb gesäumt ist. Die bei konservierten Exemplaren sichtbare dunkle Längsbinde erscheint im Leben silbrig.

Zusätzlich zu den Unterschieden in der Zeichnung unterscheiden sich die Männchen durch etwas weiter vorn ansetzende Bauch- und Afterflossen, höheren Schwanzstiel und längere Bauchflossen.

 

 

 


Last Update: Thursday 14. June 2007

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