Heterocheirodon
Heterocheirodon Malabarba, 1998
Bei den Männchen der beiden Arten dieser Gattung ragen die vorgerückten ventralen Caudalstrahlen nicht aus der Haut heraus (Malabarba, 1998). Der auffällige Geschlechtsdimorphismus bei den anderen Gattungen fehlt daher bei Heterocheirodon fast völlig (Malabarba & Bertaco, 1999). Im Vergleich zu Serrapinnus und Spintherobolus sind die beiden Heterocheirodon-Vertreter zudem gestreckter.
yatai (Casciotto, Miquelarena & Protogino, 1992)
Odontostilbe yatai Casciotto, Miquelarena & Protogino, 1992
In Argentinien in den Provinzen Buenos Aires und Entre Rios, im Norden von Uruguay sowie in Brasilien in den Bundesstaaten Rio Grande do Sul und Santa Catarina verbreitet. In der Provinz Buenos Aires aus dem Gebiet des Rio Salado ca. 100 km südlich Buenos Aires bekannt. In Entre Rios im Parque Nacional El Palmar (Typlokalität) am unteren Rio Uruguay, direkt an der Grenze nach Uruguay. In Rio Grande do Sul ausschliesslich in Zuflüssen des Rio Uruguay. In Santa Catarina im Rio Jacutinga, einem Zufluss des oberen Rio Uruguay.
Lartigau, Litz & Prieto (2002) fanden die Art im Arroyo Pandó, nicht weit östlich von Montevideo (Uruguay). Der kleine Fluss fliesst dort durch einen naturbelassenen Wald und wies Anfang März eine Wassertemperatur von 26,0 °C bei einem pH von 7,4 und einer Leitfähigkeit von 280 µS/cm auf. Die Jahresdurchschnittstemperatur für jenen Teil Uruguays liegt bei 17,0 °C. Ein Foto eines der Autoren zeigt zwei Exemplare der Art kurz nach dem Fang.
Bis 41,8 mm SL. Relativ langgestreckter Körper. Recht kleiner, länglich ovaler Schwanzwurzelfleck. Ein Geschlechtsdimorphismus in der Schwanzflosse besteht nicht.
jacuiensis Malabarba & Bertaco, 1999
Diese Art ist endemisch für das Gebiet der Lagoa dos Patos und der Lagoa Mirim in Rio Grande do Sul (Brasilien), speziell für die Flüsse Rio Jacui und Rio Jaguarao. Der letztere bildet die Grenze zu Uruguay, so dass die Art auch dort zu erwarten ist. Bevorzugter Lebensraum sind stehende und langsam fliessende Gewässer über Sandböden.
H. jacuiensis soll sich durch weniger Analstrahlen, eine insgesamt kürzere Analenbasis sowie einen längeren Schwanzstiel von H. yatai unterscheiden.
Leider überlappen alle Werte so stark, dass eine sichere Identifizierung einzelner Exemplare ohne Fundortangabe selbst unter dem Mikroskop nicht möglich ist, auch wenn sich die Populationen statistisch signifikant unterscheiden. Damit bleibt diese Erstbeschreibung recht unbefriedigend. Nach den in Kottelat (1997) angewandten Kriterien sollte man H. jacuiensis vielleicht als Synonym zu H. yatai ansehen und die Unterschiede als normale geographische Variation auffassen. Die Entdeckung weiterer Populationen, z.B. im ichthyologisch schlecht erforschten Uruguay, könnte durchaus den Nachweis einer klinalen Variation erbringen, die eine klare Trennung der Arten dann nicht mehr zulässt. Andererseits wäre auch denkbar, dass mit verbesserten Methoden, z.B. einer Diskriminanzanalyse, doch noch Merkmale gefunden werden, die eine sichere Identifizierung einzelner Exemplare ermöglichen. Um hier keine vorschnelle Entscheidung zu treffen, liste ich H. jacuiensis bis auf weiteres als gute Art.
Bis 43,6 mm SL. Äussere Merkmale wie H. yatai.
Last Update: Friday 06. April 2007
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