Priocharax
Priocharax Weitzman & Vari, 1987
Zu den Salmlern gehören bekanntermaßen einige der kleinsten südamerikanischen Süßwasserfische. Die Unterfamilie Characinae setzt sich jedoch zu einem großen Teil aus Raubfischen und daraus abgeleiteten Schuppenfressern zusammen, die naturgemäß größere Längen erreichen, und so waren solche Zwergfische hier bisher nicht bekannt. Die beiden Priocharax-Arten sind die ersten beiden Arten, die vermutlich in diese Unterfamilie gehören und unter 20 mm SL bleiben. Sie besitzen als Erwachsene strahlenlose Brustflossen, ein typisches Larvenmerkmal, was sie von fast allen anderen Salmlern - mit ganz wenigen Ausnahmen - unterscheidet. Ihre Kiefer sind mit einer großen Zahl sehr kleiner, einspitziger Zähne besetzt, die wie Sägezähne angeordnet sind, doch ist über ihre Nahrung noch nichts bekannt. Außer anhand ihres Verbreitungsgebietes dürften die beiden Arten lebend kaum zu unterscheiden sein. Beiden fehlt die Adipose. Im übrigen standen Weitzman & Vari nur recht junge Tiere zur Verfügung, die wohl eben erst die Geschlechtsreife erreicht hatten. Bei vielen (darunter anscheinend alle P. pygmaeus) konnte das Geschlecht gar nicht bestimmt werden. Es ist also denkbar, daß die Fische doch größer werden.
Diese Art stammt, wie so viele Neubeschreibungen der letzten 20 Jahre, aus den Oberläufen von Rio Negro und Orinoko. Die Fundorte befinden sich in Venezuela zwischen Santa Lucia am Rio Negro, nahe der Grenze nach Brasilien, und Puerto Ayacucho. Ein Fund (USNM 298305) vom Rio Urubaxi am mittleren Rio Negro (Brasilien). Ein weiterer, in Neodat II als Priocharax sp. bezeichneter Fund (USNM 233151) vom Beginn des Orinoko-Deltas bei Los Castillos, in der Nähe von Ciudad Guayana. Das längste bekannte Exemplar erreicht 17,1 mm SL und ist damit nur unwesentlich größer als die nachfolgende Art. Die Geschlechtsreife wird allerdings bereits ab 11,8 mm erreicht (Weitzman & Vari, 1988). Die Tiere sind fast völlig durchsichtig, besitzen nur geringe Guaninfärbung über der Schwimmblase und einige schwarze Pigmentflecken über den Körper verteilt. In ihrem Lebensraum - schattige Regenwaldbäche mit Schwarzwasser - bewohnen sie Dickichte aus emerser Vegetation und überhängenden Landpflanzen unmittelbar am Ufer.
pygmaeus Weitzman & Vari, 1987
Das größte Exemplar dieser Art ist 16,4 mm lang (SL). P. pygmaeus wurde aus dem Quebrada Pajarito, einem kleinen Bach in der Nähe von Leticia (Departamento Amazonas/Kolumbien) am oberen Amazonas beschrieben. Der Sammler, T. Hongslo, beschreibt die Lebendfärbung als "durchsichtig, matt rosa". Der Fundort ist ein schattiger Bach, etwa zwei Meter breit und einen Meter tief, mit lehmigem Grund, viel Laubstreu und ohne Wasserpflanzen. Die Wassertemperatur betrug 25°C, der pH lag bei 5,5 und das Wasser war bewegt.
Last Update: Friday 06. April 2007
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