Heterocharax
Heterocharax Eigenmann, 1912
Die Art, die SL bis 48 mm erreicht, fand man bisher im unteren Essequibo River (Guyana, Typlokalität) sowie in weiten Teilen des zentralen Amazonas- und des Orinoko-Beckens, und zwar vom unteren Tapajós und vom Rio Trombetas im Osten bis zu den Rios Napo (Ecuador), Nanay und unterer Ucayali (Peru) im Westen sowie über den gesamten Rio Negro nach Norden bis in den Rio Cinaruco am mittleren Orinoko (Venezuela). Auch in kolumbianischen Zuflüssen des Orinoko vorhanden. Die Art kommt an mehreren Stellen sympatrisch mit den beiden anderen vor. Mindestens zwei Exemplare (USNM 310618 und INPA 13048), vermutlich von dieser Art, wurden im Gebiet des mittleren Rio Madeira bei Humaita gefangen; ein weiteres (USNM 326871, als Heterocharax sp. bezeichnet) stammt aus dem Manu-Nationalpark (Peru). Diese drei sind die südlichsten Nachweise für die ganze Gattung. Die meisten der aus Ecuador stammenden Tiere in Neodat II wurden in Schwarzwasserlagunen in sumpfigem Wald gefangen, bei pH-Werten von 5,5-6.
Fast alle Berichte über diese Art aus der Zeit vor Toledo-Piza (2000) beziehen sich in Wahrheit auf H. virgulatus, so dass H. macrolepis vergleichsweise unbekannt geblieben ist und wohl noch nie lebend beobachtet wurde. Im Gegensatz zu den folgenden Arten fehlt der Art das dunkle, parallel zur Afterflosse verlaufende Längsband und das Maul ist ein wenig mehr oberständig.
leptogrammus Toledo-Piza, 2000
Dies ist die kleinste Art der Gattung, mit maximal 34 mm SL. Sie hat auch das kleinste Verbreitungsgebiet und kommt lediglich im Rio Negro und im oberen Orinoko abwärts bis zum Rio Cinaruco vor. Im Grossteil ihres Verbreitungsgebiets sympatrisch mit einem der beiden anderen Vertreter der Gattung.
Wie H. virgulatus besitzt diese Art eine dunkle Längsbinde entlang der Körpermitte und eine weitere dunkle Binde oberhalb der Afterflossenbasis. Im Gegensatz zu jener Art ist die letztere Binde jedoch schmaler und die Pigmente liegen tiefer im – ansonsten durchsichtigen – Körpergewebe.
Das Verbreitungsgebiet dieser bis 41 mm SL erreichenden Art reicht vom Rio Tapajós und vom Rio Trombetas den Amazonas aufwärts bis Manaus, dann über den gesamten Rio Negro bis in den unteren Orinoko, und zwar rechtsseitig bis zum unteren Rio Caura und linksseitig bis in die Rios Aguaro und Guariquito in den Llanos. In Neodat II ein Lot (MCNG 11077) aus dem Morichal Largo in der Nähe des Orinoko-Deltas, als H. macrolepis bezeichnet, aber vielleicht doch zu dieser Art gehörig.
Diese Art dürfte durch ihr Zeichnungsmuster relativ leicht zu bestimmen sein. Allerdings fehlt noch eine Beschreibung der Lebendfärbung der beiden anderen Arten. Neben einer blaugrün schillernden Längsbinde besitzt sie noch einen ebensolchen Streifen, der oberhalb der Afterflossenbasis verläuft. Dieser Streifen ist schwarz unterlegt und tritt spätestens im Tode deutlich hervor. Er ist immer breiter als bei H. leptogrammus und die Pigmente befinden sich, anders als bei jener Art, in den oberen Hautschichten. Die Augen sind etwas rötlich und grösser als bei H. leptogrammus, der Körper ansonsten durchscheinend. Vor der Erstbeschreibung wurden Vertreter dieser Art fast immer als H. macrolepis fehlbestimmt.
So berichtete auch Franke (1997) vom Fang dieser Art im Cano el Toro, einem kleinen Bach im Gebiet des Rio Guariquito (Venezuela), noch unter dem Namen H. macrolepis. Die Tiere hielten sich dort in einem Kolk in der Nähe des schnellfliessenden Zulaufs auf.
Über die Haltung lebend eingeführter Exemplare unbekannter Herkunft berichtete Arendt (2001b, mit Foto). Seine Tiere bevorzugten dämmrige Standorte und verhielten sich sehr friedlich.
Last Update: Friday 13. April 2007
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